Montag, 18. Februar 2013

Ein "glorreicher" Nachklapp

Ungewohnt... Nach nur einem Abend ist der ganze Vorentscheids-Buhei schon wieder vorbei. Aber er hat genug Futter für die nächsten drei Monate gegeben, dessen kann man sich sicher sein...
 
Aber eins nach dem anderen; erst einmal möchte ich im Besonderen die Show im Ganzen hervorheben. "Unser Song für Malmö" hatte wirklich internationales Format und war ein dem ESC würdiger Vorentscheid. Die düstere Stefan Raab-Biederkeit, die mich spätestens bei "Unser Star für Baku" ein wenig genervt hat, war endlich passé. "Ein bisschen Show muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein..." :) Und dazu gab es als Sahnehäubchen oben drauf Ange Engelke als Moderatorin. Super! Ihre gleichzeitig professionelle, aber auch spontane, leicht selbstironische Art hat der Veranstaltung wirklich gut getan und bei mir für viele Lacher gesorgt. Auf dieser Konstellation kann DasErste wirklich aufbauen in den nächsten Jahren.
Soweit zur Form; sprechen wir nun über die Inhalte. Was sage ich zu dem neuen Votingsystem? Ich sage: Das vom schwedischen Melodifestivalen übernommene Modell bietet an sich eine sehr gute Mischung. Mit dem Voting der Popwellen wird die inzwischen nicht mehr unwichtige Radiotauglichkeit der Lieder geprüft und schon mal ein Anheizen für die Hardcore-Fans (sowohl des ESC als auch der Gruppen) betrieben. Das Zuschauervoting in der Sendung ist dann im besten Fall ein Gradmesser für die Live-Qualität des Songs. Man fällt ja beim ESC oft genug auf die Schnauze und erschaudert, wenn man ein Lied live bzw. ohne Auto-Tune hört. "La la love" von Zypern letztes Jahr war ein Musterbeispiel dafür, aber auch Griechenland und Schweden waren in den letzten Jahren oft solche Kandidaten. Und mit dem Juryvoting als letztes Drittel wird dann die "Stimme der Vernunft" beansprucht, die frei von jeglichem Hype ein nüchternes Urteil bezüglich der musikalischen Qualität abgibt.

So weit, so gut, könnte man denken. Das Einzige, auf das man sich jetzt konzentrieren musste, waren die Live-Eindrücke der Songs. Hier hat sich vieles, was ich Vorfeld erwartet habe, auf links gedreht. Oder auch nicht. Mein favorisierter Finn Martin hat mich leider schon nach den ersten Takten verloren, Ben Ivory hat dafür umso mehr meine Sympathien gewonnen, aber diese überfrachtete Lasershow hat wieder alles kaputt gemacht. Viele Andere (Mobilée, Mia Diekow, Söhne Mannheims, Nica & Joe) waren erwartungsgemäß solide, aber blass und bei Betty Dittrich blieb es leider auch nur bei dem kindlichen Grinsen, das spontan durch ihr Lied erzeugt wird.
Wirklich überrascht hat mich hingegen BLITZKIDS mvt. Nur leider ist die Nummer immer noch zu arty, um einfach die Unterstützung der Masse zu kriegen. Als PR für diese junge Truppe war das aber allererste Sahne. Und ja, ich sage es noch einmal: "Nackert" ist ganz nett, aber das ist einfach kein Siegerlied. Dafür wurde mir einfach zu ziellos rumgeblasen und den Text hätten sie sich auch sparen können. LaBrassBanda hat echt mehr drauf als das. Dementsprechend war ich auf die letzten zwei Acts sehr gespannt und was soll ich sagen: Die Priester waren echt der Hammer! ;) Fast hätten sie mich gekriegt mit ihrer Nummer. Achja, und Cascada kamen dann auch noch und lieferten eine richtig professionelle Show ab; eine, die ich so, ehrlich gesagt, nicht erwartet hatte.

So gesehen wurde es auch für mich am Ende richtig heiß, als das Voting eingesammelt wurde. Und plötzlich fingen die Sorgen an. Das Radiovoting wurde so überraschend wie beim Bundesvision Song Contest und hat bei mir persönlich die am höchsten gezogene Augenbraue erzeugt. Das Ergebnis des Votings mit LaBrassBanda, Cascada und Betty Dittrich als Top 3: geschenkt. Damit konnte ich leben. Es war ja schließlich das erste Drittel. Mal schauen, wie der Rest ausgeht... Danach sollte die Jurywertung kommen, die, wie von mir erhofft, das Feld noch ein wenig aufmischt. Dass die Tabelle jedoch so aufmischt wird, hat auch mich überrascht. Und dass das anschließende Zuschauervoting in seiner Gesamtverteilung auch nochmal erstaunliche Differenzen zum Radiovoting zeigte, hat mich grundsätzlich gefreut. Das zeigt, dass das System in seinen Grundsätzen funktioniert. Was sage ich aber nun zu dem Gewinner dieses Votings? Zu "Glorious" von Cascada?

Erst einmal herzlichen Glückwunsch, das gebührt sich. Und darüber hinaus ein ehrliches "Passt scho". Der Song taugt live genauso wie auf Platte und Natalie ist Profi genug, um auch in Malmö eine gute Figur zu machen. Ich für meinen Teil hatte im Vorfeld gewiss andere Lieder als Favorit und ja, ich hatte bei Cascada auch eine leichte Loreen'sche Beklemmung beim ersten Hören. Dass man den Siegertitel jetzt aber so dermaßen durch den Schmutz zieht wie die letzten drei Tage, macht mich ehrlich wütend.
Es ist so albern, eine Verschwörung der Musikbranche in diesem Juryvoting zu sehen. Die Zuschauer können schließlich im Zweifel durch Radio- und Live-Voting der Jurywertung etwas Großes entgegensetzen. Und es war nun wirklich nicht so, dass bei der Zuschauergunst zwischen Cascada und LaBrassBanda eine riesige Kluft herrschte. Beide waren gleich beliebt. Mal waren die einen vorne, mal waren die anderen knapp vorne. Wenn LaBrassBanda jetzt statt mit sieben Punkten nur mit einem Punkt Rückstand verloren hätte, weil Cascada trotz allem Hin- und Hergeschiebe einfach ein My besser ankam bei der Jury, wäre das Geschrei dann genauso groß?
Eine Jury ist dafür da, um sich von jeglichem Fandome frei zu machen. Sie hat so objektiv wie möglich zu beurteilen, welcher Song das größte musikalische Potential für den Contest hat. Zumindest in Deutschland wird das auch sehr ernst genommen. Ich kann immer nur betonen: Seid echt froh, dass es wieder Jurys gibt, vor allem beim ESC. Ohne die hätten in Baku am Ende noch die russischen Omas gewonnen. [By the way: Der dritte (!) Platz für die Söhne Mannheims? Der lag bestimmt auch nur an dem wahnsinnig spannenden Song, ne?]

Wenn jetzt schlechte Verlierer daherkommen und krampfhaft versuchen, aus "Glorious" ein "Euphoria"-Plagiat zu machen, nur weil die Wortbestandteile "Gloria" und "Phoria" die gleiche Wortmelodie haben, muss ich mich echt schämen für mein Land. Mein Gott, im Zweifel ist es halt nur ein stupider 08/15-Elektropop-Song, den man gefühlt schon 1000-mal in irgendeiner Großraumdisse gehört hat. Na und? ES IST CASCADA! Die machen seit Jahren nicht Anderes! Wieso tun jetzt alle so überrascht oder machen aus dem Song etwas, was es vielleicht gar nicht sein will?

Ich kann nur immer wieder an ein altes, wohlbekanntes Zitat denken: "Der Prophet gilt nichts im eigenen Land." Im Ausland sind so viele Fans froh darüber, dass wir uns am Ende NICHT für LaBrassBanda entschieden haben. Hierzulande werden nun Natalie und ihre Jungs wie die Sau durchs Dorf getrieben, weil sie es überhaupt gewagt haben, neben den ganzen handverlesenen Künstlern anzutreten und eine kalkulierte Mainstream-Nummer ins Rennen zu schicken. Das ist voll die Wettbewerbsverzerrung, ey! Das ist ja fast so, wie wenn... Seeed oder Unheilig beim Bundesvision Song Contest antreten würden. Geht ja mal gar nicht.
Wenn ich ehrlich bin... inzwischen wünsche ich mir nicht nur aus nationaler Grundsolidarität heraus eine gute Platzierung für Cascada, sondern auch aus purer Gehässigkeit, einfach um die heuchlerischen Kommentare mancher Kritiker zu erleben. GO CASCADA!

Mittwoch, 6. Februar 2013

Der USfM-Check

So, langsam wird es Zeit, mal den möglichen Siegertiteln für den ESC in Malmö auf den Zahn zu fühlen. Wer hätte es unabhängig von seinem Promi-Rang verdient, zu gewinnen und wer wäre ein vielversprechender Titel für die vorderen Positionen?
 
Ben Ivory - The righteous Ones
Es wird elektronisch... ist ja erst mal grundsätzlich nicht verkehrt, aber so richtig euphorisch macht mich das Lied nicht. Für einen Song dieser Art plätschert es mir zu sehr vor sich hin und der Beat selbst haut mich auch nicht von den Socken. Muss jetzt nicht unbedingt gewinnen...
 
 
Betty Dittrich - Lalala
Das zaubert mir schon nach den ersten Takten ein Lächeln aufs Gesicht. :) Es ist wie eine dreiminütige Reise in die Vergangenheit, in der es beim ESC noch Orchester und dergleichen gab. In diese Zeit hätte das Lied perfekt gepasst. Ob dieser Retro-Pop heute zündet, ist schwer zu sagen. Vermutlich ist es ein bisschen zu retro und ein bisschen zu süß für die große Masse, aber mir gefällt es trotzdem. Vor allem das Video dazu ist eine Perle, gerade für so Fernsehnostalgiker wie mich. :)
 
 
Blitzkids mvt. - Heart on the line
Wieder irgendwas in Richtung Elektro-Pop... :) aber im Vergleich zu Ben Ivory bin ich hier beim ersten Hören wesentlich aufmerksamer. Die leichte Prise Daft Punk, die durchkommt, klingt auf jeden Fall sehr ansprechend. In der Summe ist es jetzt auch nicht der ganz große Wurf nach meinem Empfinden, aber USfM ist ja auch dafür da, mal ein paar neue Gesichter im Musikgeschäft kennenzulernen. Blitzkids mvt. ist auf jeden Fall ein spannender Act.
 
 
Cascada - Glorious
Au weh, vor denen hatte ich im Vorfeld mit am meisten Angst. Dem zugegebenermaßen markanten Cascada-Stil bin ich eigentlich seit ein paar Jahren überdrüssig. Und was soll ich sagen: Sie haben mich tatsächlich überrascht. Der Song klingt richtig gut, wie so halt die modernen Party-Pop-Sachen so klingen, ABER er klingt mir viel zu sehr nach "Euphoria" und das geht einfach mal gar nicht. Was haben wir schließlich in den letzten Jahren mühsam gelernt? Scheiß drauf, was letztes Jahr gewonnen hat, was musikalisch funktioniert hat. Um Erfolg zu haben, muss man einfach sein eigenes Ding machen. Aus diesen Gründen muss ich dieses Lied aus Prinzip ablehnen, obwohl Cascada mit Sicherheit eine große Fanbase in Europa hat, die für Punkte sorgen könnte.
 
 
Finn Martin - Change
Genau DAS meine ich mit eigenes Ding: Eine federleicht schwingende Singer-Songwriter-Nummer mit einer mitreißenden Melodie. Nur die Lyrics sind vielleicht nicht eingängig genug, um den spontanen Mitsingeffekt zu haben. Dennoch würde es sich unter dem ganzen Party-Humtata, das in Malmö wieder über uns hereinbrechen wird, angenehm hervorheben. Aber ich will nicht zu viele Vorschusslorbeeren verteilen, weil ich die Live-Version überhaupt nicht einschätzen kann. Wenn sie aber dieses leicht Hymnische beibehält und nicht zu akustisch wird, dann wäre das Lied für mich definitiv der Geheimfavorit des Abends.
 
 
LaBrassBanda - Nackert
Hehe... also ich find ja die Gruppe an sich super, aber... puh, irgendwie... ne. Die Folkloristen wird's vielleicht begeistern und sie werden bestimmt eine super amüsante Show abliefern, aber darüber hinaus hat das Lied leider nichts Begeisterndes. Sorry.
 
 
Mia Diekow - Lieblingslied
Bei diesem Song musste ich spontan sehr an "Satellite" denken. Das gleiche Up-Tempo, ein ähnlich klingender Beat und ebenso freche Lyrics. Quasi eine deutsche Variante von Lena. Ist keineswegs verkehrt, aber für Malmö nicht das Wahre. Im besten Fall werden sich die Fans in Europa die gleiche Frage stellen und denken: Ja, Germany, so leicht legst du uns nicht rein.
 
 
Mobilée - Little sister
Hm... ein schwieriger Fall. Man kann nichts daran aussetzen, aber halt auch nichts Überragendes finden, irgendwas, bei dem ich spontan sagen würde: Ja, das hat was, das ist es! Die Sängerin hat echt eine tolle Stimme und der Song hat so schöne neckische Momente. Im Großen und Ganzen fehlt mir jedoch das Einmalige.
 
 
Nica & Joe - Elevated
Ach ja... an die zweite X-Factor-Staffel habe ich noch gute Erinnerungen. Damals war ich sehr begeistert von diesem Duo; zwei große Stimmen, für die man wirklich tolle große Nummern komponieren kann, so wie ihren damaligen Finalsong "Build a palace". Nur leider Gottes reicht "Elevated" nicht an diese Qualität heran. Bei diesem seichten Balladengesäusel wird so viel Potential verschenkt, es tut fast schon weh. Echt schade. Die Zwei hätten echt eine bessere Nummer verdient.
 
 
Die Priester & Mojca Erdmann - Meerstern, sei gegrüßet
Diese Priester sind ja echt ein verrücktes Musikphänomen, genau wie diese Typen von Santiano. Ich bin echt so gespannt auf diese drei Minuten, vor allem auf die Reaktionen in Hannover. Das Lied ist ja mal so was von Anti-Mainstream und jenseits von allen Schubladen, dass es eigentlich schon wieder geil ist. Allein die Vorstellung, dass die vielleicht in Malmö... hihi... ich meine, nach den russischen Techno-Omas im letzten Jahr ist viel möglich. Aber so sehr ich diese musikalische Entschleunigung schätze: Bitte nicht wählen! (Für einen musikalischen Eindruck geht am besten auf eurovision.de Beim Bandporträt findet sich ein gutes Video zu dem Lied)
 
 
Saint Lu - Craving
Hmmmm... eine reizende Stimme; schön rauchig, so mit leichter Adele-Attitüde :) Und der Song ist musikalisch ein echter Hingucker. Es fehlt ihm jedoch dieses absolut Abseitige, was z.B. "Taken by a stranger" hatte. So gesehen kann ich nicht aus voller Überzeugung sagen, dass das Lied Malmö-tauglich ist.
 
 
Söhne Mannheims - One love
Respekt, dass sich die Gruppe tatsächlich diesem Wettbewerb stellt. Mehr kann ich aber leider nicht empfinden für die Söhne. Dieses moralingetränktes Geleier... ich bitte euch. Das ging mir spätestens nach dem ersten Refrain tierisch auf die Nerven. Da schlafen uns doch die Leute in Malmö ein. Ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen, dass dieses Lied gewinnt.
 
 
Und wer soll es denn nun werden? Als Idealist wünsche ich mir Finn Martin, sofern das Lied live genauso überzeugen kann wie auf Platte. Mit Cascada und Betty Dittrich könnte ich aber auch leben.

Mittwoch, 21. November 2012

Unnützes Fernsehwissen, Kapitel 10

Die besten K11-Episodentitel aller Zeiten, Teil 3 (10-1)
 


Platz 10:  Armer kleiner Stripper (Folge 1584)

Platz 9:  Tote Killer töten nicht (Folge 1640)

Platz 8:  Duell der Pornoluder (Folge 17)

Platz 7:  Tödliche Pferdeliebe (Folge 424)

Platz 6:  Sexskandal im Pferdestall (Folge 474)

Platz 5:  Intrigantenstadl (Folge 1463)

Platz 4:  Mord ist in Mode (Folge 1612)

Platz 3:  Sextod im Zahnarztstuhl (Folge 991)

Platz 2:  Leih mir dein Gesicht (Folge 902)
 

Platz 1:  Hamster Tiffy lacht zuletzt (Folge 693)

Montag, 19. November 2012

Unnützes Fernsehwissen, Kapitel 9

Die 50 besten K11-Episodentitel aller Zeiten, Teil II (Platz 30-11)



Platz 30:  Blutige Schnitzeljagd (Folge 366)

Platz 29:  Lügen haben schöne Beine (Folge 1512)

Platz 28:  Mein Gott Walter (Folge 1137)

Platz 27:  Männer, Frauen und ein Pitbull (Folge 1517)

Platz 26:  Sex und andere Nebenjobs (Folge 1431)

Platz 25:  Seminarthema: Mord (Folge 446)

Platz 24:  Wer schön sein will, muss sterben (Folge 917)

Platz 23:  Eine Bombe im Bett (Folge 878)

Platz 22:  Ehrenmord im Schrebergarten (Folge 729)

Platz 21:  Hauptgewinn: Porno-Dreh (Folge 801)

Platz 20:  Tour de Mord (Folge 1425)

Platz 19:  Ein Mord für gewisse Stunden (Folge 1553)

Platz 18:  Würstchen mit Gier (Folge 1336)

Platz 17:  Ein See voller Leichen (Folge 1127)

Platz 16:  Schulnote Sex (Folge 688)

Platz 15:  Sexattacke auf eine Hure (Folge 155)

Platz 14:  Seitensprung im Pornokino (Folge 612)

Platz 13:  Tod einer Sex-Puppe (Folge 869)

Platz 12:  Stirb schneller (Folge 1305)

Platz 11:  30 Kilo Tod (Folge 989)



Wie schon in Teil 1 ist die Auswahl und Einordnung der Titel rein subjektiv und richtet sich ausschließlich nach meinen persönlichen Richtlinien.

Samstag, 17. November 2012

Unnützes Fernsehwissen, Kapitel 8

Die 50 besten K11-Episodentitel aller Zeiten, Teil I (Platz 50-31)



Platz 50:  Intrige im Altersheim (Folge 531)

Platz 49:  Tödlicher Pornodreh (Folge 1386)

Platz 48:  Explosive Schnäppchenjagd (Folge 839)

Platz 47:  Spiel, Satz und Tod (Folge 821)

Platz 46:  Sexfalle Survival-Camp (Folge 248)

Platz 45:  Fünf Leichen zum Geburtstag (Folge 942)

Platz 44:  Nur über eure Leiche (Folge 1096)

Platz 43:  Tod im letzten Akt (Folge 784)

Platz 42:  Straßenkrieg um Sandra (Folge 85)

Platz 41:  Verloren im Puff (Folge 1278)

Platz 40:  Auf den Strich für Baby Lena (Folge 715)

Platz 39:  Tödlicher Friseurbesuch (Folge 520)

Platz 38:  Mord im Hartz-IV-Ghetto (Folge 1294)

Platz 37:  Blutiger Babyraub (Folge 1297)

Platz 36:  Die tote Tante Emma (Folge 1327)

Platz 35:  Liebe, Diebe, Triebe (Folge 1398)

Platz 34:  Lost in Lust (Folge 1454)

Platz 33:  Sexsünden des Supercops (Folge 621)

Platz 32:  Skrupellose Castingluder (Folge 420)

Platz 31:  Der Leichengarten (Folge 1236)


Die Auswahl und Einordnung der Titel ist natürlich rein subjektiv und richtet sich ausschließlich nach meinen persönlichen Richtlinien. :)

Donnerstag, 15. November 2012

Lanz, Raab, Blind Auditions - Der turbulente Fernsehherbst

Kommen wir heute mal zu den zwei Sendungen, die das Fernsehvolk in den letzten Wochen am meisten beschäftigt hat: Das "Wetten, dass...?" unter Markus Lanz und "Absolute Mehrheit", der neue Coup von Stefan Raab.

Zu "Wetten, dass...?" kann ich für meinen Teil ein großes Kompliment aussprechen. Lanz hat auf Anhieb der Veranstaltung einen neuen Stil verpasst. Die Show ist nun zweifelsohne lauter, schneller und chaotischer als vorher und es verlangt auch von den prominenten Gästen mehr ab als nur brav auf der Couch zu sitzen, bis der Flieger geht, aber daran ist nichts Verwerfliches. Lange Atempausen sind bei einer modernen Samstagabendshow einfach nicht mehr drin. Du musst von der ersten Minute Vollgas geben. Das haben die Macher beim ZDF auf jeden Fall erkannt, doch im Moment schießen sie noch etwas übers Ziel hinaus.
Bei der Premiere hatte Lanz klare Anlaufschwierigkeiten, aber er hatte dankbare Gäste, die mit ihrer Lockerheit die Situation entlastet haben. Für die zweite Show hat man sich die Kritik eindeutig zu Herzen genommen und hat an vielen Ecken den Feinschliff angelegt. Leider wurde die Show im Nachhinein von mehreren Pannen überschattet, die scheinbar während der Produktion gemacht wurden, aber beim Zusehen selbst war von all dem nichts zu spüren. Tom Hanks nahm die Situation wie ein Vollprofi und war für mich das Highlight der Show. Lanz selbst war an dem Abend etwas zu geltungssüchtig und hat ausgerechnet bei den Fragerunden Schwächen gezeigt. Weniger Profilierung steht ihm eindeutig besser zu Gesicht. Das ist eigentlich seine größte Stärke im Vergleich zu Gottschalk. Hoffentlich wird er das in der Dezember-Ausgabe wieder ausbügeln.
Zusammengefasst kann ich also sagen: Hut ab, bitte weiter so! Die Sendung entwickelt sich in eine gute Richtung und hat auf jeden Fall einen zweiten Frühling verdient. Es braucht vielleicht noch ein paar Sendungen, bis sie wieder das rechte Maß findet, aber diese Zeit sollten wir dieser Show geben. Das gilt vor allem für die ungeduldig-aufgeheizten Presseleute, die sich ungefiltert auf jede negative Kleinigkeit stürzen, um damit die Sendung zu zerreißen.

Kommen wir nun zu dem anderen Love-it-or-hate-it-Format der letzten Wochen: "Absolute Mehrheit". Was wurde da im Vorfeld über das Konzept gewettert. Der Raab macht den Jauch; das hat doch nichts mehr mit politischer Diskussion zu tun. Und dann noch dieser Ansporn mit dem Geldgewinn; da siegen am Ende nur die Leute, die nur Polemik können und keinen Sachverstand haben. 
Am Ende, so die Feststellung am Sonntag, wurde in der Sendung auch nur mit Wasser gekocht. Persönlichkeiten wie Jan van Aken haben es in dieser Runde gewiss einfacher und Kubicki hatte wahrscheinlich ein paar Vorschusslorbeeren durch seinen Auftritt bei der heute-Show, aber wer jetzt dachte, dass bei Raab die Leute zielgruppenaffin auf Stammtischniveau diskutieren, wurde enttäuscht. Das polemischste an der Sendung waren die wirklich gut gemachten Einspieler, mit denen die Themen eingeleitet wurden. Der Rest war lockerer Polit-Talk von der Stange. Wer sich jetzt im Nachhinein beschwert, dass die Gespräche nicht in die Tiefe gegangen sind, hat das Konzept nicht verstanden. Bei Raab geht es nicht darum, ein Thema totzureden, sondern eine lebhafte Debatte über gesellschaftspolitische Themen zu führen. Mit der richtigen Themenauswahl kann man auch junge Leute für solche eine Sendung begeistern. Das hat Raab eindeutig bewiesen.
Einen großen Kritikpunkt hab ich allerdings an der Sendung, und das ist Peter Limbourg, der seriöse Konterpart zu Raab. Seine Rolle in dem Spektakel blieb erschreckend irrelevant. Für die Balkenpräsentation kann ich mich auch hinstellen, dafür braucht man nicht den Senior Vice Presiedent News Whatever von der ProSiebenSAT.1 Media AG. Aber gut, auch hier hoffe ich, dass man sich die Kritik zu Herzen nimmt und in den nächsten Sendungen daran feilen wird. Auf jeden Fall freue ich mich auf die nächste Debatte, genauso wie auf die nächsten Battles von "The Voice of Germany" heute Abend. (Applaus für diese Wahnsinnsüberleitung ^^)

Im Moment sind ja meine Donnerstag- und Freitagabende wieder fest an "The Voice of Germany" vergeben und es freut, dass diese Sendung weiterhin so hohen Zuspruch hat. All die Unkenrufe, dass das Castingshow-Genre inzwischen tot ist, sind damit widerlegt. Es hat nur lediglich seinen Zenit überschritten und ist im Moment am schrittweisen Aussterben. Aber ihr Medienmenschen, liebe Kollegen, lasst euch sagen:  So ist es schon vielen Gernes vorher ergangen.
Am Ende ist es wie bei jedem ordentlichen Hype. Ein bis zwei maßgebliche Instanzen werden das ganze Geschrei überleben. So war es zumindest bei nahezu jedem gehypten Genre der letzten 20 Jahre.

Daily Talk: Britt
Courtshow: Barbara Salesch, Alexander Hold
Quizshow: Wer wird Millionär?
Telenovela: Sturm der Liebe, Rote Rosen

Wenn sich im Bereich Musik-Casting etwas durchsetzen sollte, den abschwellenden Hype überleben könnte, dann ist es hoffentlich "The Voice", nicht dessen Urväter DSDS und Popstars. Wann das Genre Scripted Reality seinen Zenit erreichen, überschreiten und wieder aussterben wird, darüber darf nun jeder spekulieren. :)

Dienstag, 13. November 2012

Der R.O.T.H.I.-TV-Tipp des Monats

Ein Teil der Tele5-Qualitätsoffensive ist Peter Rütten. Er hat schon damals zu Zeiten der alten Harald Schmidt Show für komödiantische Glanzlichter gesorgt. (Ich sage nur: "Hitler hatte nur ein Ei.") Heute ist er solo unterwegs und konzentriert seine Stärken für ein eigenes Format: "Rüttens Bullshit Universum". Mit einfachsten Mitteln erzeugt er einen wunderbaren Humor, der jetzt nicht hochtrabend, aber extrem kurzweilig ist. Die übelsten Trash-Granaten aus dem Giftschrank der Tele München Gruppe werden plötzlich zu Perlen des B-Movies. Solche Comedy-Ideen braucht die deutsche Fernsehcomedylandschaft dringend, denn sie bedient nicht die übliche Klientel, sondern versucht mal neue Wege zu gehen.
Wer so wie ich aufgrund von DVB-T nicht in den Genuss kommt, Tele5 zu empfangen, muss sich mit diesem Link begnügen:


Für alle anderen gilt: Immer donnerstags um 22:15 Uhr auf Tele5. Einschalten!!!

Samstag, 15. September 2012

Neue Saison, neues Glück

Ja, lange ist's her... im täglichen Geschäft verliert man so schnell die Zeit, für sich selber hier zu reflektieren. Diese ständigen Veränderungen auf dem Markt machen einen ganz schwindlig. Dazu geht jetzt die lange Sommerdurststrecke ihrem Ende zu und ein neues Fernsehprojekt nach dem anderen wartet auf seine Chance. Was wird überleben und was bewegt vor allem die Masse in diesem immer diffizileren Markt, in dem gefühlt jede Woche ein neuer Nischensender aus dem Boden schießt, egal ob Pay- oder Free-TV?

Erste kleine Mainstream-Highlights sind für mich schon gestartet. Eines davon: "Person of Interest". Da fühlte ich mich ein bisschen an meine Lost- und 24-Hochphase erinnnert. Ein kerniger Haudegen als Hauptdarsteller, der nicht lange fackelt, dazu ein wohldosierter Hauch von Lost, geradezu personalisiert durch Michael Emerson. Da bin ich gespannt, wie's weitergeht. Und ja, das mag jetzt ein krasser Stilbruch sein, aber auch die neue SAT.1-Serie "Es kommt noch dicker" hat meine Sympathien gewonnen. Im Vorfeld war ich nur grundsolidarisch mit diesem Format, weil ich ja hoffe, dass SAT.1 endlich ein konstantes Fenster für deutsche Serien-Fiction gebacken kriegt. Aber ich muss zugeben, sie haben mit der Serie einen ganz amüsanten Job gemacht. Hoffen wir mal, das "Auf Herz und Nieren" da mithalten kann.

Und morgen folgt der nächste Brummer: DAS SUPERTALENT!! Ich gebe zu, die zu zwei Dritteln neue Jury wird mir einen Blick wert sein. Bohlen als aufgezwungenes Inventar, Hunziker als die obligatorische Frau mit Akzent und in the left corner THOMAS GOTTSCHALK, der Unterhaltungs-Titan. Was wird das für eine Show? Das fragt sich wahrscheinlich jeder, womit RTL PR-technisch genau ins Schwarze getroffen hat.

Passend dazu heute die sensationelle Nachricht, dass die Frontmänner und -frauen von Culcha Candela und Tokio Hotel in die DSDS-Jury gehen werden. :-D Mensch, ein besseres Ensemble zum Abschied dieses Formats kann man sich kaum vorstellen.

Sonntag, 27. Mai 2012

Euphoooooooria!

Gut, es ist tatsächlich der Favorit geworden, und das mit deutlichem Vorsprung. Jetzt hat Schweden wieder seinen Willen bekommen und darf nächstes Jahr nach 13 Jahren mal wieder die Feder beim ESC führen. 
Eigentlich kann man im Nachhinein nichts an Loreen kritisieren. Die Performance war stimmig inszeniert, die Stimme hat gesessen. Länder wie Zypern und leider auch mein Engelbert aus England haben mit ihrem dünnen/zittrigen Gesang den Auftritt klar versemmelt und sind entsprechend hinten gelandet. Dass sich aber tatsächlich so viele in Europa auf diese düstere Dancenummer einlassen, hat ein wenig überrascht, sicherlich im Guten.
Aber wenn es danach geht, muss sich an dem Abend über viele Dinge wundern, angefangen bei Loreens härtestem Verfolger, die Babushkis aus Russland. Gerade am Anfang, als der Balkan geballt die Punkte verteilt hat, fühlte man sich doch etwas an die Zeit vor 2009 erinnert. Wo war da bitte die Gewichtung der Jurys? Und welcher musikalisch versierte Mensch vergibt ernsthaft Jury-Punkte an die Gruppe aus Russland? Wie kann es sein, dass das Lied fünfmal 10 Punkte, ergo die zweithöchste Wertung bekommt, unter anderem aus einem Land wie ITALIEN? Sehr strange... 
Mit den Top 10 im Ganzen kann ich allerdings ganz gut leben. Serbien auf Platz 3: Super. Aserbaidschan auf Platz 4: Vielleicht ein wenig überbewertet. Albanien auf Platz 5: Mehr als überraschend. Estland auf Platz 6: Großartig! Mein heimlicher Favorit hat sich tatsächlich durchgesetzt. Türkei auf Platz 7: Fällt unter die Kategorie "War zu erwarten". Italien auf Platz 9: Sehr schön. Spanien auf Platz 10: Erfreulich, sowohl für mich als auch für die Spanier bestimmt.
Und dazwischen auf Platz 8 rangiert tatsächlich unser Roman Lob. Erst einmal Glückwunsch! Sein Auftritt war wirklich mehr als souverän, eigentlich der beste, den ich bisher von ihm gesehen habe. Und dass er bei dieser Konkurrenz mit einem so unaufgeregten Song so weit vorne landet, war wirklich nicht zu erwarten.

Überhaupt, was war eigentlich der Trend dieses Jahr? Auf jeden Fall wieder die große Ballade (Albanien, Aserbaidschan, Spanien, Estland). Die niedlichen Schmusesongs (UK, Dänemark) blieben leider auf der Strecke, abgesehen von unserem süßen Roman. Immerhin wurde das 08/15-Party-Humtata aus Griechenland und der Ukraine ordentlich abgewatscht. Zumindest dürften diese Platzierungen die Verantwortlichen nicht zufrieden stellen. Und das klassische Trickkleid feierte durch Frankreich ein kurzes Comeback. :)

Alles in allem war es definitiv nicht der beste und spannendste ESC, aber einer, der mich trotzdem unterhalten hat. Schweden wird das mit Sicherheit nächstes Jahr toppen können.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Baku 2012 - Das erste Halbfinale

Ich bin wieder online! Nach monatelangen Umzugsquerelen ohne heimischen Internetzugang. Das hat   mir die ganze Vorberichterstattung zu dem ESC in Baku ruiniert, der ja schon in 5 (!) Tagen mit dem 1. Halbfinale in die entscheidende Phase geht. Aber wie heißt es so schön: Besser zu spät als nie. Daher folgt hier nun mein Feedback zu den Teilnehmern des ersten Halbfinals.

MONTENEGRO: Gut, dass der blödeste Song dieses Jahrgangs gleich als Erstes läuft. Dann muss man sich den Rest des Abends nicht mehr damit beschäftigen.

ISLAND: Wie schon befürchtet, ist das Lied der Verenglischung zum Opfer gefallen. Im Gegensatz zu letztem Jahr aber, wo der sehr schlichte englische Text viel Charme geraubt hat, wirkt diesmal der Song auch in der Fremdsprache stimmig. Ich bin immer noch gespannt, wie der Stil ankommen wird. Mir gefällt es auf jeden Fall.

GRIECHENLAND: Die Griechen, das Land, das mein ESC-Blut immer in Wallungen bringt, mal im Positiven (OPA!), mal im Negativen (Watch my dance in Düsseldorf und Sakis Rouvas). Unter diesem Maßstab lässt mich der diesjährige Beitrag geradezu kalt. Es klingt halt so, wie ein griechischer Beitrag klingen muss, und ist eingängig genug, um sicher ins Finale zu kommen. So what?

LETTLAND: Eigenlob stinkt. Vor allem, wenn es wie in diesem Fall nicht gerechtfertigt ist. "Beautiful Song"... ja nee, is klar.

ALBANIEN: Sorry, aber ich kann mir das emotional gemeinte Gekreische von Rona Nishliu einfach nicht schönreden. Stimmlich mag das überragend sein, aber wenn die Emotion nicht rüberkommt, läuft irgendwas gehörig falsch. Aber sie steht wenigstens zum Albanischen, Kompliment!

RUMÄNIEN: Für mich sind die Rumänen (wieder mal) für eine dicke Überraschung gut. Das Lied von Mandinga hebt sich musikalisch angenehm von den ganzen David Guetta-Party-Klonen ab und sorgt für richtig sommerliche Partystimmung. Das wird wieder ein glatter Durchmarsch ins Finale.

SCHWEIZ: Charts- und radiotauglich ist die Nummer allemal. Aber beim ESC tu ich mich mit diesen Soft-Rock-Nummern immer ein wenig schwer. Wenn, dann ist hier eher die härtere Gangart gefragt. Bei der vorhandenen Konkurrenz wird es also schwierig.

BELGIEN: Holla, so konventionell habe ich Belgien schon lange nicht mehr erlebt. Wo sind die charmanten A-capella-Truppen und Elvis-/James Blunt-Imitatoren geblieben? Stattdessen nun ein blutjunges Mädchen namens Iris, die belgische Lena gewissermaßen. Hoffen wir einfach, dass da live nichts schief geht. Diese Art von Ballade verzeiht keinen schiefen Ton.

FINNLAND: Hm, das Lied ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Es versprüht weder einen nordisch-mystischen Charme noch hat es einen ernsthaften emotionalen Ausbruch. Ist mir definitiv zu unausgewogen, um es für das Finale im Auge zu behalten.

ISRAEL: Schön extravagant. Ob genug Leute etwas damit anfangen können, bleibt abzuwarten.

SAN MARINO: Der Siegels Ralph hat es mal wieder geschafft. Er haut mal wieder eine Komposition heraus, die wirklich seinesgleichen sucht. So zeitgeistig, so up to date, so... dröge! Und das liegt nicht nur daran, dass das Aufmerksamkeit heischende F-Wort (Facebook) aus dem Titel genommen werden musste. Am Ende wird das bestimmt wieder Ralphs faule Ausrede für den sehr wahrscheinlichen Misserfolg sein. Schade, er war mal so gut, der Mann. Jetzt "gefällt er mir nicht mehr".

ZYPERN: War es für mich schon nach dem ersten Hören und ist es immer noch: Ein echter Titel-Anwärter. Den werden wir sehr weit vorne sehen, das prophezei ich euch. Ob ganz vorne? Das wird wahrscheinlich die Tagesform ausmachen.

DÄNEMARK: Was soll man sagen? Es ist erneut richtig gutes Pop-Futter, das unsere nördlichen Nachbarn ausgewählt haben. Für mich genau wie Zypern ein Anwärter für die ganz oberen Plätze.

RUSSLAND: Für Lieder wie dieses hat man Gott sei Dank vor einigen Jahren das Jury-Voting wieder eingeführt. Zugegeben, der Auftritt der Mütterchen ringt einem ein Schmunzeln und ein wenig Anerkennung ab, aber woher kommt dieser fucking Hype, durch den man den Babushkis ernsthaft Siegchancen einräumt? Um Himmels Willen, wenn so etwas gewinnt, das würde den Contest um Jahrzehnte zurückwerfen! Musikalisch ist das doch eine Katastrophe! Vielleicht ist das aber auch ein Test der Russen, nach dem Motto: Kommen wir wirklich mit jedem Scheiß ins Finale und in die Top 10? Wehe, wenn die Jurys dieses Lied nicht abstrafen!

UNGARN: Getragener Elektro-Pop und bedeutungsschwangere Lyrics, der aber in dem ganzen Geplätscher untergeht. Ist nicht mein Ding.

ÖSTERREICH: Jawoll, die Trackshittaz sind endlich am Start! Die passen mit ihrer Performance zum ESC wie Arsch auf Eimer. :) Ihre Vorjahresnummer "Oida, taunz!" hat mir zwar wesentlich besser gefallen, aber "Woki mit Deim Popo" wird bestimmt auch a Fetzngaudi.

MOLDAU: Offenbar gibt es im Balkan die Absprache, dass immer mindestens ein Land pro Jahr eine folkloristisch angehauchte Nummer an den ESC liefert. Dieses Jahr muss wieder Moldau die Quote bedienen. Aber sie erfüllen diese Pflichtaufgabe mit Bravour. Das Lied macht Laune, der Sänger ist optimal auf die schwule Zielgruppe ausgerichtet, was will man also mehr? Meinen Segen für das Finale hat es.

IRLAND: Was wäre das Tödlichste für Lena in Düsseldorf gewesen? Wenn sie mit der gleichen unschuldigen Keckheit aufgetreten wäre wie in Oslo, wenn wir ihr musikalisch gesehen eine billige Satellite-Kopie vorgegeben hätten. Haben wir Gott sei Dank nicht. "Taken by a stranger" war anders genug, um auch Lena anders, nämlich reifer zu zeigen. Genau dieser Wandel hat offensichtlich bei Jedward in den letzten 12 Monaten nicht stattgefunden. "Waterline" klingt konventioneller, weniger catchy wie "Lipstick", und ihr Auftreten bietet inzwischen keine Überraschungen mehr. So sehr ich die Zwillinge von Düsseldorf gemocht habe, aber die Zwillinge von Baku werden es echt schwer haben.

Bleibt nur noch die obligatorische Wettprognose für die Top 10, die ins Finale schaffen:

MOLDAU
RUSSLAND
DÄNEMARK
ZYPERN
RÜMANIEN
GRIECHENLAND
ISLAND
IRLAND
BELGIEN
ÖSTERREICH

Samstag, 25. Februar 2012

Vielfalt... oder nicht?

Und weiter geht das muntere Sichten der Roman-Konkurrenz.

ISLAND: Greta Salóme & Jónsi - Mendu Eftir Mér


Island bietet innerhalb Skandinaviens noch die größte musikalische Abwechslung beim ESC. Jedes Jahr ist man aufs Neue überrascht, was von ihnen angeboten wird, mal im positiven, mal im negativen Sinne. Diesmal soll es also eine Mystik-Rock-Nummer richten. Naja... Vom Hocker reißt das jetzt nicht unbedingt. Und Geigen sind ja mal so was von 2009. Ich denke, da muss man sich keine große Hoffnungen machen.



UNGARN: Compact Disco - Sound of our hearts




Hm, also beim ersten Hören ist das nicht Fisch, nicht Fleisch. Für die große Feuerzeug-Hymne kommt es nicht genug aus den Puschen, für eine moderne Elektro-Pop-Nummer klingt es mir zu eindimensional und einfallslos. Bei mir im Autorenbüro würde man wahrscheinlich sagen "Geh da noch mal drüber", aber hier kann man das ja schlecht. Sie hätten sich mal vorher ein bisschen was von Glasperlenspiel anhören sollen, so zur Inspiration...




TÜRKEI: Can Bonomo - Love me back




Der momentan mit Abstand am meisten diskutierte und gehypte Song im Teilnehmerfeld. Mag wohl vor allem an den ESC-verrückten Türken liegen. :) Für mich persönlich ist diese Türkpop-Klezmer-Nummer eher das, was Raphael Gualazzi letztes Jahr für Italien wurde: ein zufrieden stellender zweiter Platz dank einer üppigen Ausbeute bei den Jurypunkten. Wie ein Siegersong fühlt sich das Ding auf jeden Fall nicht an, dafür ist der Stil doch etwas zu speziell.




UKRAINE: Gaitana - Be my guest




*stöhn* Diese Ukrainer... Die konnten schon in den letzten Jahren die größte Schlonz-Musik hinschicken und haben trotzdem immer wieder im Finale solide abgeschnitten. Die Krönung der Dreistigkeit war ja letztes Jahr in Düsseldorf die Nummer mit der Sandmalerin. Ehrlich Leute, in den drei Minuten hätten sie eine Topfpflanze auf die Bühne stellen können und die Stimme im Fullplayback abspielen können, es hätte keinen gestört. So eine Verarsche!
Und das Schlimmste daran: im Gegensatz zu den Weißrussen kann man deren Schmarrn nicht so gut ignorieren. Deswegen reg ich mich schon wieder uff. Und wie ich sehe, wird es dieses Jahr nicht besser. Der x-te David Guetta-Klon, kombiniert mit ein paar bescheuert kostümierten Hampelmännern, fertig ist die Laube. War schon vor vier Jahren nicht mehr cool, warum also jetzt? Aber immerhin stellen sie diesmal eine ordentliche Sängerin auf die Bühne und nicht wieder eine überstylte Professionelle.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Guetta-Klone aus allen Himmelsrichtungen

FRANKREICH: Anggun - Echo (You and I)


'Olla die Waldfee! Was 'ört man denn da von der Grande Nation? Eine Dance-Party-Nummer par excellence. Ich glaube fast, dieses Jahr wird die Guettaisierung einen neuen Höhepunkt beim Song Contest erreichen. Aber im Vergleich zu Zypern zum Beispiel ist dieser Beitrag fast schon ein bisschen zu viel des Guten. Was seine Mittanzqualität in keiner Weise schmälert.


MALTA: Kurt Calleja - This is the night


Siehe da, auch Malta hat etwas Danciges zum Mitwippen gewählt. Im Vergleich zu der jetzt schon vorhandenen Up tempo-Konkurrenz ist der Song aber ein bisschen zu brav und in seiner Melodik fast schon altbacken. Es ist ein bisschen wie bei "Haba Haba", dem norwegischen Beitrag aus dem letzten Jahr. Eigentlich gibt es nichts auszusetzen, aber der ultimative Funke springt einfach nicht über. Apropos Norwegen...


NORWEGEN: Tooji - Stay


Um Brigitte Nielsen zu zitieren: Oh mein Gott! Was geht los da rein? :) Der dritte Guetta-Klon im Bunde, der wirklich in allen Belangen wie ein orientalisches Abziehbild von Eric Saades "Popular" wirkt. Fehlt echt nur noch die Glasscheibe, die er während der Choreographie zertrümmert. Allerdings, wenn man sich die Platzierung von Schweden im letzten Jahr anschaut, ist das nicht der verkehrteste Weg. Und mangelnde Power kann man dem Song auf keinen Fall nachsagen.

Sonntag, 19. Februar 2012

Ein erster Überblick

Okay, nachdem unser Beitrag jetzt feststeht, lasse ich nun zum ersten Mal meinen Blick über die Konkurrenz schweifen. Wie ist Roman Lob einzuordnen? Zeichnet sich jetzt schon ein potentieller Gewinner ab? Fangen wir an mit der

SCHWEIZ: Sinplus - Unbreakable


Aha, nach Anna Rossinelli steigen die Schweizer dieses Jahr also auf den Rock-Zug auf, interessant. Allerdings hat sich in den letzten Jahren in diesem Genre eher die härtere Gangart bewährt (siehe Türkei 2010 und Georgien 2011). Da wird es diese nette, eher softe Nummer wahrscheinlich schwer haben.


DÄNEMARK: Soluna Samay - Should've known better


Die Dänen schickten schon in den letzten Jahren immer grundsolide Pop-Ware zum Contest, die mal mehr, mal weniger honoriert wurde. (Mal mehr, mal weniger zurecht) In dieser Hinsicht reiht sich Soluna Samay perfekt ein. Ihr Lied hört sich wunderbar an, aber ob das für den großen Wurf reichen wird, wage ich (im Moment) zu bezweifeln.


ALBANIEN: Rona Nishliu - Suus


Ist bestimmt wieder eines dieser Lieder, das bis zur ultimativen Deadline noch eingeenglischt wird, daher kann man im Moment nicht viel zu der Nummer sagen. Wobei, viel zu übersetzen gibt es beim Lied eh nicht. Die Hälfte des Liedes verbringt Rona Nishliu ja mit Schreien oder langen Klagelauten. Das ist gesanglich sicher ganz toll und anspruchsvoll, aber um Himmels Willen, denkt doch mal an die Zuhörer! Viele werden froh sein, wenn die drei Minuten im Halbfinale vorbei sind und man danach dieses Lied nie wieder hören muss. 


ZYPERN: Ivi Adamou - La La Love


So, zum Schluss des heutigen Blocks gibt es noch etwas mit Schwung, einen richtig coolen Party-Song, der perfekt auf den momentanen Musik-Trend passt. Der Text ist eingängig, der Beat ist cool, da gibt es nichts zu meckern. Wenn Ivi jetzt auch noch live überzeugen kann, dann, ganz ehrlich, hat das Lied für mich Potential für die Spitze. Kompliment, Zypern!

Samstag, 18. Februar 2012

Unser Star für Baku - Das Resümee

Meine Lieben, viele Faktoren und Verpflichtungen haben dafür gesorgt, dass meine Berichterstattung zum Vorentscheid sehr gelitten hat. (Verflucht seist du, Berufsleben! ^^) Nicht einmal das entscheidende Finale gestern konnte ich verfolgen. :( Ist aber vielleicht auch besser so gewesen, sonst hätte ich vor lauter Aufregung noch graue Haare bekommen.
Fassen wir an dieser Stelle einfach mal zusammen: Roman Lob, die männliche Lena in diesem Jahr, ist nun unser deutscher Vertreter - big f*cking surprise - und unser Song für Baku ist "Standing still" geworden, eine Komposition, an der unter anderem Jamie Cullum seine Finger dran hatte, hört hört.

Was kann man zu diesem Song sagen, so beim ersten Anhören? Hm, ganz ehrlich gesagt, fehlt mir ein bisschen die Kante in dem Lied. Es ist auf jeden Fall wunderbar radiotauglich und das Arrangement stimmlich super auf Roman zugeschnitten, aber Lenas Titel in den letzten zwei Jahren waren finde ich wesentlich progressiver. Böse formuliert könnte man sagen, das Lied ist zu beliebig, vom Charakter her so wie "Running Scared" letztes Jahr. Ich glaube aber, diesmal warte ich wirklich auf die finale Studioversion, bis ich meine genaue Prognose abgebe. Wenn man noch ein bisschen von Ornellas Version klauen würde, dann...

Darüber hinaus darf man ja nicht den Roman-Faktor vergessen. Was ich so an ersten Reaktionen gelesen habe, sind ja viele total hin und weg von dem Bürschchen, egal welchen Geschlechts sie sind. :) Andererseits wird das bei so einem Lied wohl kaum reichen. Ein Raab oder ein Thomas D, die eigentlich für unnötiges Tamtam nichts übrig haben, werden sich was einfallen lassen müssen, damit Romans Auftritt auch optisch überzeugt. Doch dafür haben wir ja jetzt ganze drei Monate Zeit. Warten wir also ab...

Sonntag, 29. Januar 2012

Unser Star für Baku - Die Top 10

Meine Pflichten als Geburtstagskind haben am Donnerstag eine aufmerksame Betrachtung der 3. Show verhindert, aber nichtsdestotrotz muss natürlich ein kurzer Kommentar zu den Ereignissen am Donnerstag erlaubt sein.
Ich war ja in erster Linie gespannt, wie sich das revolutionäre Blitztabellenmodell ab dieser Sendung verhält, wenn sich schon gewisse Fandoms entwickelt haben. Es hat tatsächlich wieder mal für die besondere, leicht willkürliche Spannung gesorgt. Und diesmal waren am Ende Leonie und Rachel die Leidtragenden dieses Votings. Zugegeben, ihr Ausscheiden ist an dieser Stelle völlig vertretbar. Bei anderen Damen hätte ich wesentlich mehr gelitten, wie zum Beispiel Ornella oder Celiné, die Favoritin meines Herzens *schmacht*. :)

Mittwoch, 25. Januar 2012

Das (fast) perfekte Model


Ich traue der Show "Das perfekte Model" so manches zu, da es ja bei VOX ist und ohne die Über-Klum schon mal eine gewisse Grundsympathie auslöst. Vielleicht könnte es das "The Voice of Germany" für den Bereich Modelcasting werden. 
Nur die Werbeplakate, die mir heute auf der Busfahrt zur Arbeit begegnet sind, haben mich sehr irritiert. Kann man den Frauen nicht diesen halb offenen, angeblich lasziven Modelmund verbieten? Bei Karolína Kurková sieht das einfach nur... komisch aus.

Dienstag, 24. Januar 2012

Das Wunder aus der Medienallee

Das ist jetzt in keiner Weise gehässig gemeint oder mit Spott verbunden, aber als ich die Nachricht gelesen habe, dass "Anna und die Liebe" tatsächlich zu Ende geht (siehe hier), dachte ich nur:

GOTT SEI DANK!!!

Offenbar hat sich der Sender meinen Ratschlag von vor ein paar Wochen zu Herzen genommen. ;) Unter den momentanen Bedingungen ist dieses Format einfach nicht mehr tragbar. Als ich dann ein paar Stunden später gelesen habe, dass das "Sat.1-Magazin" gleich mit gekippt wird, dachte ich:


HALLELUJA!!


Wenn man schon dabei ist, den Makel am Vorabend auszubessern, dann wird er gleich an der Wurzel gepackt. Aber als ich dann gelesen habe, dass die Umstellung des Vorabends bereits nächste Woche stattfindet, dachte ich:


MEINE GÜTE!


Muss es denn jetzt wieder so überstürzt sein? Ohne erst einmal eine richtige Alternative für die 18-Uhr-Stunde zu erstellen? Stattdessen füllt man die Stunde nun mit der für 17.30 Uhr geplanten Alarm!-Reihe und einer Niedrig und Kuhnt-Wiederholung, und jagt "Schicksale" trotz des geringen Bestandes an Folgen in einer weitere Wiederholung. Ich meine, ok, die Entscheidung an sich ist nicht schlecht. Wenn ihr die 3 Stunden zwischen 17 und 20 Uhr mit solcherlei Formaten bespielt, sind sie wesentlich stimmiger. Jetzt muss aber mal was Neues, was Besonderes her! "Lenßen" und "Alarm!" reicht da nicht als Nachschub. Da muss mehr kommen, Sat.1, viel mehr!


Überrascht mich!