Freitag, 18. Dezember 2009

Ära

Wie... wie kann er nur?! Ich dachte, diese Beziehung sei etwas für die Ewigkeit. Ich dachte, wir würden gemeinsam alt werden und noch in 20 Jahren gemeinsam am Rande des grünen Rasens über die Welt philosophieren.
Doch jetzt, nach 11 Jahren, soll alles vorbei sein. Einfach so., von einem Tag auf den anderen. Nur noch schnell den gemeinsamen Südafrika-Urlaub ertragen und dann quasi stante pede die Scheidungspapiere einreichen. Ich bin fassunglos.
Wie kann Günter Netzer das Gerhard Delling antun?

Donnerstag, 10. Dezember 2009

"TV-Tipp"

Geschichten gibt es viele. Mich interessieren die Menschen dahinter... sagt der Kerner... hm...

Dann wüsste ich mal echt gerne, welcher Mensch ernsthaft hinter einem Thema wie "Schlank durch die Weihnachtstage - Fette Ente und trotzdem abnehmen" steht. Irgendeine 29-jährige Plattenbaubewohnerin aus Suhl, die es geschafft hat, trotz drei Braten ihre 190 Kilo über die Festtage auf 189 zu reduzieren und seitdem als medizinisches Wunder gilt???

Also mal im Ernst, entweder hat mich JBK zu ZDF-Zeiten einfach zu peripher tangiert, um es zu merken, aber seine Talkgrütze kann doch unmöglich schon immer so gewesen sein? Dieser weichgezeichnete Mix aus Boulevardschächterei, Promibauchkraulen und Servicehilfe auf Eckart-von-Hirschhausen-Niveau, dieses sternTV für Waldorfschüler, das ist doch... uuuuh!

Andererseits, eigentlich muss man es sich ja mal ansehen, um das ganze Ausmaß des Grauens wirklich erfassen zu können. Überschneidet sich ja Gott sei Dank nicht mit dem grandiosen POPSTARS-Finale, bei dem bestimmt als Schlussverarsche verkündet wird, dass zwei Duos gewinnen, die zu einem neuen Quartett verquickt werden und dass alle Zuschaueranrufe am Ende völlig fürn Arsch waren. :-)

Freitag, 4. Dezember 2009

Wir blicken zurück

Heute Abend wird sie von SAT.1 und Johann Baptist offiziell eingeläutet: Die Zeit der Jahresrückblicke. Man blickt zurück auf 12 ereignisreiche Monate mit jeder Menge emotionaler und spektakulärer Schlagzeilen, die je nach Format mal mehr, mal weniger rührselig und gesellschaftsrelevant aufbereitet werden.
Soweit eine verständliche Logik... wenn wir jetzt schon Januar hätten. Irgendwann aber haben manche Sender diese Logik über Bord geworfen und programmieren schon zu Anfang Dezember ihre Jahresrückblicke, nur um ja die ersten im großen Flashback-Battle zu sein. Bis letztes Jahr war das Gott sei Dank nur ein Scharmützel zwischen ZDF und RTL - das ja 2008 darin endete, dass Jauch und Kerner gleichzeitig zurückgeblickt haben - aber da ja JBK jetzt zum neuen SAT.1-Frontschwein geprügelt werden soll, kann sich sein neuer Arbeitgeber nicht lumpen lassen und stellt spontan eine weitere 11/12-Rückschau auf die Beine. Toll, so notwendig in der deutschen Fernsehlandschaft wie ein Blinddarm.

Wobei, RTL ist aber heute auch nicht wirklich besser. Die schicken als Gegenprogramm eine Chartshow zu den erfolgreichsten Hits des Jahres 2009 über den Äther. Ist also fast überflüssig, sich darüber aufzuregen. 
Warte ich einfach bis Silvester, wenn ZDF nachmittags die "Bilder des Jahres" zeigt, mein persönlicher Favorit unter den Jahresrückblicken. Vor allem, weil es keine Moderatoren-Grinsebacken gibt.

Montag, 16. November 2009

All eyes on ... what?

VIVA und MTV haben ja seit einiger Zeit ganz innovative Werbetrenner, mit denen sie gezielt den Fokus auf eine ganz spezielle Gruppe lenken wollen, die gerade neu durchstartet oder ihre aktuelle Platte auf den Markt wirft. Schön und gut und sicher sehr verkaufsfördernd... wenn der Fokus nicht alle zwei Tage wechseln würde. 

So fühlt es sich zumindest für mich an, wenn ich mal wegen South Park oder Drawn Together bei diesen Sendern hängen bleibe. An einem Tag grinst dich bei MTV Spießer-Sido an, am nächsten kreischt dir auf einmal Wolfmother entgegen und den Tag darauf siehst du, wie Silbermond in ihrem neuen Video mit sich selbst ringen. Gleiches Bild bei VIVA, die sich eher auf die seichteren Pop-Newcomer fixiert hat.

Aber gut, wenn es VIVA und MTV glücklich macht...

Freitag, 13. November 2009

Robert Enke

Schwierig zu beschreiben, diese Sache. Tragisch einfach nur. Ich muss zugeben, - obwohl ich weder Hannover 96-Fan noch ein übergroßer Fußballfan an sich bin und ich mir unmöglich ein fundiertes Urteil zu der ganzen Geschichte anmaßen kann - dass mich diese Sache unglaublich stark mitnimmt, mehr als erwartet.

Ist es einfach die Art? Oder der tiefe Abgrund, der dadurch ans Licht gekommen ist? Diese Depressionen, seine scheinbar von Trauer und Angst zerfressene Seele, die er so perfekt nach außen hin kaschiert hat? 

Ich möchte jetzt um Gottes Willen nicht sagen, dass ich irgendwelche Parallelen zu mir sehe, aber alles, was ich in den letzten Stunden und aus der Zeit aufgenommen habe, weckt in mir eine gewaltige Empathie für diesen Menschen. Was genau, kann ich wie gesagt schwer beschreiben. Ist einfach so...

Schauen wir also lieber, wie die Medien zu der Sache stehen, und da kann ich nur sagen: Respekt. Auch wenn wie bei anderen überraschenden Promi-Todesfällen manches am ersten Tag bald sehr ausgelutscht war, haben sich die meisten Sender und Sendungen überraschend wenig boulevardesk der Sache angenommen.
Den absoluten Höhepunkt hatte dabei DasErste zu bieten. Wer es noch nicht getan hat, sollte sich ganz schnell das Special "Robert Enke - Die Tragödie eines Torwarts" anschauen. Ein fundierter und gleichzeitig respektvoller und hochemotionaler Bericht. Ich habe ihn vorhin bereits zum zweiten Mal gesehen und musste trotzdem Rotz und Wasser heulen. Hut ab vor den beiden Redakteuren, die den vollbracht haben.


Robert, ruhe in Frieden


Montag, 2. November 2009

ARD, du meine Hassliebe

Hach ja, das ist schon etwas mit der ARD. Auf der einen Seite kann ich nur die Hände vor dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich höre, dass man nun nach der jahrelangen Serie von Flops doch dazu tendiert, einzusehen, dass diese krumme 18.50 Uhr-Sendezeit im Vorabend irgendwie unpraktisch ist und es vielleicht besser wäre, den Slot auf die volle Stunde zu verschieben. *applaudier*

Auf der anderen Seite kann man bei EinsExtra so wunderschöne Sendungen entdecken wie "EinsExtra unkommentiert", eine Nachrichtensendung ausschließlich mit Bildbeiträgen, die darüber hinaus ohne jeglichen Off-Sprecher wiedergegeben werden. Ein Traum, einfach nur ein Traum.
Könnte man das nicht auch bei so mancher Sportübertragung anbieten?

Sonntag, 1. November 2009

Alles neo macht der Herbst

Ja, zugegeben, ich habe mit einer gewissen Vorfreude den heutigen Start von zdf_neo erwartet. Es ist ja auch schließlich lange her, dass man sich auf so etwas wirklich freuen konnte. Jeder andere Spartensender, der in letzter Zeit neu über den Äther geschickt wird, (TIMM zum Beispiel) ist entweder zu 90 Prozent überflüssig, da er nur Altbackenes wiederkäut, oder er spricht mich mit seinen Themen persönlich nicht so an (TIMM zum Beispiel). Das wird hoffentlich dank Schächter und Bellut bei zdf_neo anders werden. Eine intelligente Alternative für junge Erwachsene wollen sie sein, ebenso wie ein Innovationsmotor für neue ungewöhnliche Formate und Serien. Das sind hohe Ziele, aber die Ansätze dafür sind schon sehr viel versprechend.

Die neuen Doku-Soaps sind zwar thematisch jetzt nicht soooo weit von den Mainstream-Formaten der Großen entfernt, werden aber bei diesem Sender hoffentlich in einer etwas respektvolleren Weise verarbeitet, so dass nicht sofort die Fremdscham eintritt. Und dass der Sender bereits jetzt zum Auffangbecken für britische Serien wird, lässt bei mir das Herz schon höher schlagen. 
Wer es nämlich noch nicht weiß: die Briten, nicht die Amis, machen das beste Fernsehen der Welt. Dass das ProSieben, RTL & Co. nicht checken und sich stattdessen darüber aufregen, dass nun das ZDF auf dem Lizenztisch mitwühlt, ist einfach nur armselig und fadenscheinig von den Primaten. Wie nämlich schon Thomas Bellut treffend gesagt hat, sind die ganzen Formate, die jetzt bei zdf_neo anlaufen werden, mehr oder weniger vom "Grabbeltisch", da die Primaten sie nicht für interessant genug fanden. Aber gut, sollen die ruhig bei ihren US-Durchlauferhitzern bleiben, die gerade mal eine Staffel erlebt haben. So bleiben für zdf_neo die Perlen übrig, die hier für die Liebhaber ohne Quotendruck ausgestrahlt werden können.

Wenn sie diese Linie beibehalten und pflegen und sie es im nächsten Schritt wirklich schaffen, auch für die einheimische Serienlandschaft zur ungezwungenen Spielwiese zu werden, hat der Sender große Chancen, meine Nummer 1 auf der Fernbedienung zu werden.