Samstag, 27. November 2010

Die M-Frage

Also verglichen mit dem ganzen Tamtam, das vor Bekanntgabe des Austragungsorts gemacht wurde, wundert es mich eigentlich, dass bisher über die Frage der Moderation so wenig spekuliert wurde. Wer soll dazu auserwählt sein, durch diese drei Sendungen zu führen und uns vor über 100 Millionen Zuschauern zu repräsentieren? So mancher Name schoss mir da bereits durch den Kopf: Hape Kerkeling, Barbara Schöneberger, Matthias Opdenhövel...

Jetzt lese ich heute bei dwdl.de, wen angeblich der NDR favorisiert, und ich denke mir nur: WHAT THE F************CK???? STEFAN RAAB und ANKE ENGELKE?? Ok, nichts gegen Anke Engelke, damit könnte ich leben, aber DER RAAB!?!?!?

Mein lieber NDR, ich bin wirklich engelsgeduldig und aus ESC-Erfahrung sehr leidfähig, aber langsam ist es echt gut mit euch und dem Raab. Der hat euch schon die Lena für nächstes Jahr aufgeschwatzt, jetzt müsst ihr ihm nicht auch noch endgültig seinen Arsch vergolden, indem ihr ihn als Moderator vor die Kamera stellt.
Es gibt DUTZENDE von Leuten (sogar aus euren eigenen Öff-Rech-Reihen), die besser geeignet wären, um durch diese Sendungen zu führen, allein was das Sprachliche angeht, und die würden euch alle die Füße küssen, wenn sie eine solche Show präsentieren dürften. Scheiße Mann, du könntest sogar Marco Schreyl hinstellen, der wäre wenigstens im Vergleich zu Raab noch eine optische Zierde.
Keiner außerhalb von Deutschland versteht diesen Insider-Gag mit Raab. Die würden sich nur denken: Mein Gott, gibt es in einem so großen Land wie Deutschland nicht einen ordentlichen Moderator?

Ehrlich, so eine peinliche Erscheinung wie die Halbfinalmoderatoren in Moskau brauchen wir wirklich nicht. Da sollen die Herrn Intendanten lieber auf Klinsmann machen und die M-Frage zur Staatsangelegenheit erklären, bevor Stefans neuer Lover Thomas Schreiber diesen Schnellschuss durchbekommt.

Ich warte auf bessere Nachrichten...

Freitag, 26. November 2010

Herr Rothis Gespür für Millionäre

Na wunderbar, wenn ich mal wieder zum Jauch schalte, dann gibt es wenigstens einen Millionengewinner zu sehen. Und einen richtig sympathischen obendrauf. Was will man mehr?

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Kongo, Knarren, Kinderschänder

Manchmal gibt es Tage, da muss man sich gar nicht so stark anstrengen, um einen runden Fernsehabend zu erleben.
Montag hatte ich mal wieder einen dieser Flows. Er begann bei dem ZDF-Film "Kongo", der mich als Grundwehrdienstgeleisteter natürlich ganz besonders interessiert hat. Es war im Nachhinein wieder eine dieser vielen ZDF-Perlen am Montagabend, die durch diesen unprominenten Sendeplatz irgendwie unbemerkt bleiben. Eine gute Krimistory, sorgfältig recherchiert, mit jeder Menge bitterer Soldatenrealität, die Gott sei Dank nicht glattgebürstet wurde, um sie Primetime-tauglicher zu machen. Richtig gutes Fernsehen, aber genau darin lag anscheinend das Problem.
Man hat es zumindest am Tag darauf in den Quoten gesehen. Kaum gibt es mal Afrika ohne die typische ZDF-Sonntagabend-Kitschpanade, bleiben die Massen fern. Schade. Ist vielen wirklich etwas Gutes entgangen.

Danach - fragt mich nicht warum - ging für mich der Abend bei RTL 2 weiter. Einfach aus Neugier blieb ich tatsächlich bei dem neuen Skandalformat "Tatort Internet" hängen... Naja, also selbst wenn man die ganzen Geschichten in der Presse und die Tatsache außen vor lässt, dass ausgerechnet bei RTL 2 so etwas läuft, muss ich sagen, dass das jetzt nicht so der Burner war. In der aktuellen Folge wurde jetzt nichts Neues "investigativ" aufgedeckt, sondern nur ein alter Fall von vor 5 Jahren aufgewärmt, bei dem die Polizei ausnahmsweise gute Arbeit gemacht hat. Was mir da eher Angst gemacht hat, waren die Moderationen von Udo Nagel und die Einspieler mit der Psychologin Jutta von Weiler.

Immerhin, danach kam bei RTL 2 die passende Ergänzung zum Kongo-Film: Ein "Welt der Wunder-Spezial" zum Thema Schusswaffen. :-) Und zum Abschluss dieses hochgradig gesellschaftspolitischen Fernsehabends gönnte ich mir im WDR einen 90-Minüter über die größte Medienperversion der deutschen Geschichte: das Geiseldrama von Gladbeck. Da kriege ich immer wieder einen steifen Hals vom ganzen Kopfschütteln, wenn ich die Bilder dazu sehe, aber nicht nur wegen der Ohnmacht und Inkompetenz der Polizei, die in dem Fall wohl alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann.
Es ist vor allem diese Abgebrühtheit der Journalisten, die teilweise bewusst die Polizeiarbeit behindert und sich damit gesetzlich strafbar gemacht haben, aber einen Scheiß darauf gegeben haben. Wenn man selber nicht das Foto macht, dann macht es jemand Anderes, und dann bist du der Gelackmeierte, so die Philosophie.
Ich meine, wann hat ein Geiselnehmer vor Ort in aller Seelenruhe ein Interview für die Tagesschau halten können? Das ist selbst heute nur sehr schwer vorstellbar.

Wobei, am Ende stand für mich wieder mal die Erkenntnis, dass sich seitdem weniger geändert hat als man denkt.

Dienstag, 12. Oktober 2010

And also the winner is...

Stefan Raab natürlich. Nachträglich von mir alles Gute zum Deutschen Fernsehpreis für "Unser Star für Oslo". Es blutet mir zwar immer noch das Herz, das wir kein "Unser Star für Düsseldorf" erleben werden, sondern höchstens ein "Unser Song für Düsseldorf", aber wenigstens hat die Fernsehpreis-Jury erkannt, dass Sie zusammen mit der ARD die mit Abstand beste Castingshow im deutschen Fernsehen veranstaltet haben (Sorry, liebes X-Factor-Team ^^).

Apropos Fernsehpreis... meine Güte, war das eine Riiiiiesenfeier. Frau Maischberger und Herr Krömer haben mir in den gut 2 Stunden richtig Leid getan. Bis auf den Anstandsapplaus bei jedem Gewinner saßen alle nur schmollend rum, als wären sie auf die stille Treppe verbannt worden. Nur weil dieses Jahr nicht mehr das beste Szenenbild für einen Mehrteiler oder der beste Ton bei einer Informationssendung prämiert wurde und man stattdessen so blasphemisch war und eine Kategorie für Dokutainment eingerichtet hat.

Leute, das sind nicht die Primetime Emmys! Unser Fernsehen ist nun mal anders gestrickt. Da kann man finde ich zurecht nicht erwarten, dass 90 Prozent der Kategorien auf reine Fiktion beschränkt sind. Ich würde mir solche Umstände gerne wünschen, gerade was serielle Fiktion angeht, aber die haben wir nun mal nicht. Lernt, damit zu leben.

Immerhin, über die Gewinner kann sich ja wohl keiner beschweren. Bis auf die Sportkategorie vielleicht. Da hätte ich dem Netzer schon einen kleinen Abschiedspreis gegönnt.
:-)

And the winner is...

DÜSSELDORF!!!

Gott sei Dank, jetzt weiß ich endlich, wo ich meine Urlaubswoche im Mai verbringen werde. Also, gleich das Hostel buchen und ab dafür. ESC 2011, ich komme!!!

Sonntag, 12. September 2010

Aufmerksamkeit

Nicht dass ich für Ignoranz oder Intoleranz wäre, aber gewisse Dinge sollte man einfach aus gesundem Menschenverstand unter den Teppich kehren, zumindest medial gesehen. Der Ärger, der damit provoziert werden soll, wird im Grunde erst dadurch erzeugt, dass man ihm ein so gewaltiges Forum in den Medien gibt. Würde man sich auf einen Zeitungsartikel in der Lokalzeitung beschränken und es nicht auf allen großen Nachrichtensendern ausschlachten, würde aus dieser sprichwörtlichen Mücke nie der Elefant werden, der im Porzellanladen der Kulturkreise seine Sambaschritte üben darf.
Das bedeutet aber nicht, dass man sich auf gesellschaftlicher Ebene damit auseinandersetzen muss. Man muss darüber reden und klar machen, dass das die spinnerte Gedankenwelt eines einzelnen Menschen ist und mehr nicht.

Nein, ich rede hier nicht von Sarrazin, sondern von der anderen markanten Persönlichkeit der letzten Woche: Pastor Jones. Der Sensationsgier der westlichen Medien sei Dank hat ja die halbe Welt unfreiwillig dem 11. September entgegengefiebert, um festzustellen, ob er seine Koranverbrennung durchzieht oder nicht. Und wie so viele andere habe ich sehnsüchtig auf den Livestream gewartet, um bei diesem Medienereignis hautnah dabei zu sein.
Aber was ist heute? Nichts. Stattdessen lese ich bei tagesschau.de solche Nachrichten:

"Sowohl CNN als auch Fox News und Associated Press gaben bekannt, keine Bilder vom brennenden Koran zeigen zu wollen." HOLLA! Haben die Sender plötzlich in der untersten Schublade ihres Schreibtischs ihre Moral wiedergefunden? Unglaublich! Aber noch besser ist die Begründung, die der Chefredakteur der New York Times herausgelassen hat:

"Die Freiheit zu berichten, schließe die Freiheit, auf bestimmte Berichte zu verzichten, mit ein."

Liebe Nachrichtenmacher, druckt euch diesen Satz GANZ GROSS aus und hängt ihn über jeden eurer Redaktionsräume. Und jedes Mal, wenn ihr im Zweifel seid, ob der Artikel über den neuen Volksverhetzer auf die Titelseite soll oder nicht, schaut auf diesen Satz und trefft die richtige Entscheidung. Lasst, wie anscheinend im Fall von Pastor Jones, am Ende die Vernunft siegen.

Montag, 6. September 2010

Qualität und die RTL-Gruppe

Der kleine Bruder RTL 2 hat es eigentlich vorbildlich vorgemacht und sich den qualitativen Offenbarungseid attestiert. Wann zieht da RTL endlich mal nach? Wann sehen wir Frau Schäferkodt vor die Mikros treten und sagen: Ja, RTL ist die produktivste Volksverdummung, die das deutsche Fernsehen jemals gesehen hat!

Was würde uns das das Zuschauen erleichtern!

Punkt 12, das ohnehin höchstens während der ersten zwei der 120 Minuten als Nachrichtenmagazin bezeichnet werden kann, müsste sich diese Mühe nicht mehr machen und könnte nur noch auf Boulevard-Infotainment setzen.
Man könnte die Scripted-Reality-Schiene zwischen 14 und 17.30 Uhr noch mehr zelebrieren und höchstens eine Träne der Wehmut für die Autoren-Sklaven verdrücken, die gezwungen werden, uns die Welt scheiße zu schreiben.
Katharina Saalfrank, Peter Zwegat und Julia Leischik könnten jeweils auf die halbe Sendezeit reduziert werden und nur noch die Probleme aufzeigen.
Und vor allem: DSDS und Das Supertalent könnte sich den ganzen Casting-Schmarrn sparen und einfach nur jede Woche in "Deutschland sucht das Superopfer" schmerzfreie Teenies mit Migrationshintergrund und Hartz-IV-Empfänger auf eine Bühne stellen und sie jeweils 15 Minuten auslachen und ausbuhen lassen. (Dem Thilo würd's bestimmt gefallen ^^)


Das neue RTL-Samstagabend-Verbrechen "101 Wege aus der härtesten Show der Welt" war auf jeden Fall schon mal der erste Schritt in diese Richtung. Warten wir mal ab, was der Sender für die neue Saison noch so im Köcher hat.