Dienstag, 17. Mai 2011

Das Lügenfernsehen

Wie ich gerade entdeckt habe, offenbarte uns Anja Reschke in der letzten Ausgabe von "Panorama - Die Reporter" Schockierendes. Einige der Geschichten, die uns besonders im Nachmittagsprogramm der Privatsender als Wirklichkeit angeboten werden, sind manipuliert oder gar... Achtung, jetzt kommt's!... inszeniert.

*SCHOCK*

Oh mein Gott, das wusste ich nicht. Wie können die nur? Diese verfluchten Privaten! Blender! Lügner! Und ich habe in meiner Naivität geglaubt, Geschichten wie die von Raab beschriebene seien aus dem wahren Leben gegriffen:


^^ Nun ja, wer sich die schockierende Enthüllungsgeschichte des NDR noch einmal geben will, klicke HIER.

Sonntag, 15. Mai 2011

ESC 2011-Das Resümee

Nach Baku geht also nächstes Jahr... also eins muss man sagen: Denkwürdig war der diesjährige Contest allemal. Für mich persönlich auf jeden Fall, da ich zum ersten Mal diese Festivität live begutachten konnte, als Besucher der neuerdings Juryfinale geschimpften Generalprobe. Und ganz ehrlich: es war GEIL!!!!!!
Schon am Freitag wurden die 25 Interpreten in einer nahezu vollen Arena empfangen, was wirklich eine bombastische Stimmung erzeugt hat, besonders als die Nummer 16 am Start war. Vor lauter Pflichtgegröhle war ich ganz heiser am Ende, genauso wie ich vom griechischen Flammengrill leicht gebräunt war. ^^ Und live klangen echt alle Acts auf ihre Art überzeugend. Nur Estland war für meinen Geschmack etwas zu schrill abgemischt. Abgesehen davon waren natürlich auch die Moderationen und Interval Acts die Reise wert. (Stefan Raab war zeitweise nur 5 Meter von mir entfernt *kreisch*^^) In der Summe war es also definitiv ein einmaliges Erlebnis für mich, an das ich bestimmt noch lange denken werde oder von dem ich mal meinen Kindern erzählen kann. *höhö*

















Auf der anderen Seite saßen Caro, meine Begleitung, und ich danach in der Tram und waren ratlos. Wer soll es denn werden? Ich hatte gewisse Vermutungen/Hoffnungen. Wenn es tatsächlich Lena nicht schafft - nach dem Auftritt im Juryfinale habe ich ihr durchaus die Überraschung zugetraut - wird sie entweder von einer der Heile-Welt-Feuerzeug-Hymnen (Finnland, Dänemark), von einer schrillen Krawallnummer (Irland, Schweden) oder gar von einem der eher gefälligen Popstückchen (UK, Aserbaidschan) geschlagen. Eine richtige Präferenz konnten wir jedoch nicht ausmachen. 
Damit war nach dem Besuch am Freitag zumindest die Hoffnung gestärkt, dass es ein echter Votingkrimi am Samstag wird, der uns bis zum Ende in Atem hält. Und in der Hinsicht wurden wir definitiv nicht enttäuscht. (Als Randnotiz: Bei der Fake-Punktevergabe, die sie am Freitag exerziert haben, war es am Ende ein Unentschieden zwischen Italien und England.)

Das tatsächliche Ergebnis, das nun auf dem Papier steht, ist in seiner Gesamtheit kein Schock, aber wirklich voller handfester Überraschungen.
Allein ein Blick in die Top 3; Aserbaidschan mit gerade mal 32 Punkten Vorsprung vor ITALIEN (!!!!) und SCHWEDEN. Die Italiener mit ihrer coolen Swingnummer, die sich jahrelang gedrückt haben, ... ich hätte so gefeiert, wenn die am Ende noch Aserbaidschan abgehängt hätten. (Wetten, dass Raphael Gualazzi im Juryvoting mit Abstand vorne war und nur durch das Sch***-Publikumsvoting auf den zweiten Platz gefallen sind?) Und direkt dahinter auf dem Bronzeplatz die landestypische Schwedenschwuppe Eric Saade... ganz großes Kino. :) Dass es so weit oben landet, hätte ich nicht gedacht. Angesichts des Votingverlaufs hätte ich mich jedoch nicht daran gestört, wenn das am Ende gewonnen hätte.
Aber jetzt mal ehrlich: Was um alles in der Welt hat die UKRAINE auf PLATZ 4 (?????!!!!!!!!) verloren? Lassen sich Menschen so einfach blenden? Bei diesem Lied hat auch in der Arena KEINER, wirklich keiner auf den durchschnittlichen Song geachtet, sondern nur darauf, was die Sandmalerin für die LED-Wand zusammenklöppelt. Ganz unabhängig davon, dass die Bilder wirklich gut waren: Das kann es doch nicht sein! In der Schule würde man sagen: Themaverfehlung, Setzen, 6! Und so etwas wird Vierter... Da kriege ich Blutdruck.

















Genauso wie bei den Griechen und ihrem siebten Platz. Stereo Mike, der größte HipHop-Affe, den der ESC erlebt hat. Ohne die lästigen Strophen wäre das Ding ja ganz nett, aber so... ne. 
Aber keine Sorge, mit dem Rest in den Top 10 bin ich zufrieden; mit dem durchaus überraschenden neunten Platz für Georgien, mit dem sechsten Platz für Dino Merlin *freu*, dem fünften für Dänemark, dem achten für Jedward und natürlich dem zehnten Platz für Lena. Ich denke, wir können in der Hinsicht als Gastgeber mit Stolz auf diese Veranstaltung zurückblicken.

Die Verteilung dahinter ist gerecht und überraschend zugleich. UK, Moldau, Serbien und Frankreich im Dunstkreis von Lena geht völlig in Ordnung. Waren alles tolle Nummern. Dass jedoch Finnland, Ungarn, Spanien, Estland und die Schweiz die Last 5 werden, ist echt ein dicker Hund. Ich hatte da eher Länder wie Litauen, Slowenien (trotz der vollbusigen Backgroundsängerinnen^^), Island oder Rumänien vermutet.
Andererseits muss man feststellen: Es war ein verdammt guter Finaljahrgang. Für jeden Musikgeschmack etwas dabei und eigentlich keine echte Knalltüte im Programm, die das Niveau ernsthaft hinunterzieht, wie zum Beispiel Russland letztes Jahr. Da kann es einfach nur viele Verlierer und einen einzigen Gewinner geben, und der ist, ob man es glauben will oder nicht, Aserbaidschan.

Ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll, auch nachdem sich jetzt der unmittelbare Frust gelegt hat. Richtig etwas aussetzen kann man an dem Stück nicht, außer dieser Pseudoromantik, die zumindest mir sauer aufstößt. Aber offensichtlich haben sich die meisten Leute daran nicht gestört, sondern fanden es irgendwie süß...
Fassen wir es so zusammen, wie es ist: der größte gemeinsame Nenner hat sich durchgesetzt. Es mag nicht ganz Europa gefallen, aber zumindest einen großen Teil davon.

Und in meiner Funktion als Fast-M.A. der Theater- und Medienwissenschaft kann ich nur ein großes Kompliment an den NDR machen. Abgesehen von der kleinen Kommentatoren-Panne im 1. Halbfinale waren es drei perfekt gestaltete Fernsehabende, an denen trotz der Größe des Publikums und der LED-Wand nie diese russische Gigantomanie aufkam. Alles war stimmig, stimmungsvoll und dem Event angemessen.

Ein großes Stück deutsche TV-Geschichte. Das muss Baku 2012 erst einmal toppen. :)

Mittwoch, 11. Mai 2011

Prognose 2. Halbfinale

Ja, glaubst du es? Die Türken sind raus! Und das ausgerechnet hier in Deutschland! Eine ganze Nation versinkt in Trauer und in den Dönerladen werden die Spieße heute auf Halbmast gesetzt. So eine Blamage nach dem zweiten Platz im letzten Jahr hätte ich nicht erwartet. 
Darüber hinaus bin ich bei den Finalqualifikationen über vieles überrascht, positiv wie negativ. Ich weine eine bittere Träne um Armenien und Polen; bei Armenien, weil deren Auftritt so herrlich gaga war, und bei Polen in erster Linie, weil ich die schönen "Kleider" am Freitag nicht live zu Gesicht bekomme. ;)
Dass hingegen Griechenland es den Türken nicht gleich tut und nicht mit durchs Raster fällt, war zu befürchten, ebenso wie Russland und Aserbaidschan. Dass auch Litauen und Georgien durchkommen, hat mich durchaus erstaunt. Beide sind ja auf ihre Art alles andere als leichte Musikkost.
Ganz besonders freue ich mich jedoch für die Schweiz, Island und Serbien. Drei wirklich tolle Performances von drei richtig gelungenen Songs. Ein gutes Zeichen für den Contest, dass so etwas wieder finaltauglich ist.
Gut, und dass der kleine Milchbubi aus Finnland mit seiner Feuerzeug-Hymne und Ungarn trotz schwachem Auftritt ins Finale gehypet wird, war zu erwarten.

Zusammengenommen hat sich musikalisch gesehen tatsächlich die ganze Bandbreite durchgesetzt und der ganze überflüssige Europop und Pseudorock, der ohnehin nicht mehr zeitgemäß ist (siehe Malta, Kroatien, Albanien, Türkei) wurde weitestgehend ausgesiebt. Sehr erfreulich. Das gibt Hoffnung für das zweite Halbfinale. Aber ganz ehrlich, den richtigen Überflieger habe ich gestern noch nicht gesehen. Da muss schon ein bisschen mehr kommen, wenn man Lena gefährlich werden will. :)
Schauen wir passenderweise mal auf die Teilnehmer des zweiten Halbfinals:


BOSNIEN-HERZEGOWINA: Hihi, mir fällt gerade auf, der älteste Interpret des diesjährigen Contests heißt Dino mit Vornamen. :) Wie passend. Aber unabhängig davon muss ich sagen, dass mir das Lied weiterhin sehr gefällt. Macht ein richtig gutes Gefühl beim Hören. Wird hoffentlich den Weg ins Finale schaffen.
©  Elke Roels; eurovision.com












ÖSTERREICH: Ja, Nadine Beiler... Beten wir, dass die Stimme am Donnerstag so toll sein wird wie eh und je. Dann steht uns ein großartiger Auftritt bevor. Die Ballade ist nicht nur allein durch die Tatsache, dass es eine Ballade ist, sehr besonders in diesem Jahr, sie klingt modern und bedient gleichzeitig die klassische Dramaturgie einer guten ESC-Nummer. Ich bin auf jeden Fall ein großer Fan davon. Bitte lasst es mich beim Juryfinale erleben.
©  Elke Roels; eurovision.com












NIEDERLANDE: Dass sie jetzt doch auf Englisch singen, werden ich ihnen nie verzeihen. Aber selbst in Englisch ist das Lied mit Abstand das Brauchbarste, das meine Lieblingsnachbarn in den letzten Jahren fabriziert haben. Endlich mal ein Song, der es völlig frei von Ironie verdient hätte, ins Finale zu kommen. Ich drücke die Daumen.
©  Elke Roels; eurovision.com












BELGIEN: Zunächst dachte ich, das wird der totale Reinfall weil too special, aber inzwischen muss ich sagen, dass Belgien durchaus Chancen für ein Weiterkommen hat. Live könnte die Nummer ein echter Knüller werden und für großes Entzücken bei den Zuschauern sorgen. Warten wir es ab...
©  Elke Roels; eurovision.com












SLOWAKEI: Wie Jedward, nur in weiblich und schlecht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
©  Elke Roels; eurovision.com












UKRAINE: Für meinen Geschmack weiterhin etwas zu sphärisch, zu getragen und zu ukrainisch, als dass es mich richtig begeistert. Ich warte auf bessere Vorschläge im nächsten Jahr.
©  Elke Roels; eurovision.com












MOLDAU: Vor 6 Jahren hat die gleiche Gruppe Europa wegen der trommelnden Oma verwirrt den Kopf schütteln lassen, diesmal ist es "nur" ein Model auf dem Einrad. Also eigentlich ein deutlicher Abstieg. Fetzen tut die Nummer dennoch irgendwie, und das ist ja weiterhin ein nicht unwesentlicher Aspekt. Sagen wir mal so: Wenn wir es noch einmal ertragen müssen, werde ich damit leben können.
©  Elke Roels; eurovision.com












SCHWEDEN: Wie jeder schwedische Beitrag in den letzten Jahren wird mich Eric Saade wahrscheinlich auf der ESC-Bühne nur enttäuschen. Da hilft die Nummer mit dem Glas auch nicht. Es würde mich aber gleichzeitig sehr verwundern, wenn ich ihn am Juryfinale nicht zu Gesicht bekomme. Dafür wurde er im Vorfeld ähnlich wie Ungarn einfach zu sehr gepusht.
©  Alain Douit; eurovision.com












ZYPERN: Wird vor lauter Mittelmäßigkeit gnadenlos untergehen. Muss man also nicht weiter kommentieren.
©  Alain Douit; eurovision.com












BULGARIEN: Bleibt weiterhin die gleiche öde Ostrock-Nummer, die man in den letzten Jahren zur Genüge gehört hat. NEXT!
©  Alain Douit; eurovision.com












MAZEDONIEN: Um Gottes Willen, weiter, bitte weiter...
©  Alain Douit; eurovision.com












ISRAEL: Ja, Dana ist wieder da. Endlich mal eine richtig glamouröse Erscheinung in diesem Teilnehmerfeld. Musikalisch gesehen hat sie sich in den letzten 13 Jahren aber nicht wirklich verbessert. Heutzutage lockst du mit so einer Nummer nicht mehr so viele Leute hinterm Ofen hervor. Wenn das also für das Finale reicht, dann muss sie es ihrer großen Fangemeinde danken.
©  Alain Douit; eurovision.com












SLOWENIEN: Auch ein Lied, das spontan noch auf Englisch umgedichtet wurde. So richtig besser wird es damit aber nicht.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com















RUMÄNIEN: Immer noch ein Gute-Laune-Lied, aber für die große Bühne fast ein bisschen zu unscheinbar. Sollte aber dennoch keine Probleme haben, weiter zu kommen.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com












ESTLAND: Was ich einst noch als sehr experimentell bezeichnet habe, kommt offensichtlich richtig gut an. (Gut, bei einem Beitrag wie unserem darf ich da gar nicht zu viel sagen.) Etwas jugendliche Frechheit, eine putzige Aufbereitung für die Bühne und eine sympathische Sängerin. Ist gekauft.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com












WEISSRUSSLAND: So verkappte Propaganda-Lieder kann ich nicht unterstützen. Da könnte mir die Frau noch zu sehr ihren Hintern entgegenstrecken.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com












LETTLAND: Spricht mich musikalisch sehr an, obwohl es auch eine Sprechgesang-Einlage hat. :) Gott sei Dank haben sie daraus keine große Show gemacht, sondern bleiben schön gesittet. Gut so. Hätte meine Segen.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com












DÄNEMARK: Ist bestimmt genauso wie letztes Jahr ein Lied, das sich so ganz heimlich ins Finale schleicht und auch im Finale für eine überraschende Platzierung sorgen wird. Wäre an sich nicht schlimm, denn an dem Song gibt es wirklich überhaupt nichts auszusetzen. Schöner zeitgemäßer Pop-Rock mit einer sehr einprägsamen Stimme.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com












IRLAND: Das Beste kommt zum Schluss? :) Glaubt man den Berichten, sind diese Zwillinge so etwas wie der klare Geheimfavorit. Hm... also für mich ist der Song und auch der Auftritt definitiv einen Tick zu schrill, um ganz oben zu landen. Stimmungsvoll wird es allemal und um eine Finalteilnahme mache ich mir eigentlich auch keine Sorgen.
©  Pieter van den Berghe; eurovision.com











Okay, bleibt nur noch die Prognose. Mal sehen, ob ich die 60 Prozent vom 1. Halbfinale diesmal toppen kann.


DÄNEMARK
BOSNIEN
BELGIEN
IRLAND
ÖSTERREICH
LETTLAND
SCHWEDEN
ESTLAND
RUMÄNIEN
NIEDERLANDE

Montag, 9. Mai 2011

Prognose 1. Halbfinale

Da sich seit meinem ersten Feedback zu den Künstlern noch einige Änderungen bei den Songs ergeben haben und unter dem Eindruck der ersten Proben in Düsseldorf wird es für mich Zeit, mein finales Urteil über die Teilnehmerländer zu fällen. Heute sind zunächst diejenigen fällig, die am Dienstag dem ProSieben-Publikum präsentiert werden.

POLEN: Okay, nach einigem Heckmeck bleibt Magdalena Jul doch beim polnischen Originaltext, was ich schon einmal sehr begrüße. "Jestem" funktioniert so viel besser als mit der etwas merkwürdigen englischen Übersetzung, die zeitweise kursierte. Das Geturne aus dem Vorentscheid hat sie leider nicht reduziert, aber mein Gott, wer's kann... Auf jeden Fall ein toller Startact, der Lust auf den Abend macht.
© Pieter van den Berghe; eurovision.com













NORWEGEN: Gerade, weil das "Allez! Ola! Olé!" der Franzosen aus dem letzten Jahr für mich noch so präsent ist, muss ich leider sagen: da stinken die Norweger echt ab. Dieses Gute-Laune-Sommerparty-Gefühl, das in dem Lied eigentlich steckt, kommt einfach nicht so richtig rüber. Es wäre tatsächlich das erste Lied seit langem, bei dem ich mir mehr Show wünschen würde. Stranddeko, karibische Trommler, Capoeira-Tänzer im Hintergrund, irgendwas. Stattdessen nur eine simple Tanzchoreographie und viel Buntes auf der LED-Wand. Schwer zu sagen, ob das wirklich zündet.
© Pieter van den Berghe; eurovision.com













ALBANIEN: Auf Englisch ist das Lied sogar inzwischen erträglich und auch der Auftritt ist erfreulich bodenständig. Ein Fan werde ich davon aber wohl nie werden. Sollte es weiterkommen, würde es mich nicht stören.
© Pieter van den Berghe; eurovision.com













ARMENIEN: Sehr geschickt, diese ganzen Boxanspielungen (hat mit Arthur Abraham zu tun, wer's genau wissen will). Der Rest bleibt aber weiterhin 08/15-Pop, wie man ihn in den letzten Jahren zur Genüge aus solchen Ländern gesehen hat.
© Pieter van den Berghe; eurovision.com













TÜRKEI: Letztes Jahr war es die Roboterfrau mit Flex, die sich im Hintergrund dekorativ entblättert hat, dieses Mal ist es eine Schlangenfrau im Kugelkäfig. In Sachen Setting geht die Band also keine Experimente ein. Müssen sie ja auch nicht. Der Song ist kein Totalausfall, funzt auf der ESC-Bühne, ergo werden sie wieder locker ins Finale kommen. So ist es nun mal bei den Türken.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













SERBIEN: Hach, hier ist alles so schön retro. :) Das macht mir den Song inzwischen total sympathisch. Leicht wird es diese Mischung aber wahrscheinlich nicht haben. Oder anders gesagt: Seien wir froh, dass wir mit "Mama told me" nicht auch so etwas geschickt haben.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













RUSSLAND: Ach ja, der Russe. Ein ganz passables Bübchen, das einen für russische Verhältnisse geradezu bescheidenen Auftritt hinlegt. Dadurch wird die Sache aber fast schon zu gefällig und man entwickelt nicht wirklich Pro-Argumente für den Auftritt. Doch muss man sich ernsthaft um eine Finalteilnahme Russlands Sorgen machen? Wohl kaum.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













SCHWEIZ: Manche würden das Lied immer noch langweilig nennen, ich finde es einfach schön. Es ist nun mal kein Feger, der krampfhaft das große Crescendo am Ende sucht. Es ist wunderbar gemütlich und auf jeden Fall ein Mitwipper. Das muss die Jury einfach honorieren, wenn es schon nicht die Zuschauer machen.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













GEORGIEN: Ich bin schon mal sehr auf den Clash zwischen diesen beiden Liedern gespannt. Gerade noch ruhige Akustiknummer, jetzt Krawallrock mit leichter Elektro- und HipHop-Note. Der Song, auch wenn er einen noch wenig abgegrasten Stil bedient, ist weiterhin nichts Halbes und nichts Ganzes, obwohl extra die Sängerin ausgetauscht wurde und showtechnisch das gute Besteck herausgeholt wird. Mit dem Finale wird es eher schwierig.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













FINNLAND: Zugegeben, Paradise Oskar ist schon ein bisschen wie die Milchbubi-Neuauflage von Tom Dice, aber das Lied hat echt was. Ich meine, ein Junge, der ganz naiv auf seiner Klampfe über die Leiden der Welt sinniert; ist das nicht der perfekte Soundtrack für unsere Zeit? Fehlt nur, dass er sich als billigen Sympathiecatcher einen "Atomkraft? Nein danke!"-Button ans Revers heftet. Trotzdem würde ich Finnland definitiv in die Sparte Geheimtipp einordnen.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













MALTA: Definitiv der Tiefpunkt dieses Halbfinals. Ein Stimmungslied, das mir nicht mal ein unfreiwilliges Muskelzucken entlockt, macht etwas fundamental falsch. Es hat zwar während des Auftritts viele schöne Momente für die Gay Community, aber sonst nicht wirklich einen Grund, dafür zu voten. Wenn das ins Finale kommen sollte, wäre ich fast soweit, mein Ticket fürs Juryfinale zu verschenken.

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













SAN MARINO: Sehr suspekt. Sehr nichtssagend. Habe ich das nicht schon vor ein paar Wochen darüber gesagt? Naja, dann stimmt es wahrscheinlich...

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













KROATIEN: Daria ist in Aschaffenburg geboren. Dadurch hat sie bei einem Unterfranken wie mir ganz unabhängig vom Song einen kleinen Bonus. :) Und sie hat darüber hinaus zwei (!) Trickkleider auf der Bühne. Hallo, ist das cool oder ist das cool? ^^ Ach ja, und singen tut sie auch noch, aber das ist doch völlig egal...

© Pieter van den Berghe; eurovision.com













ISLAND: Auch eine der Nummern, die mir immer sympathischer wird. Die letzte echte Folklore-Bastion mit einem dennoch massentauglichen Klang. Dieses Männersextett hat einfach Spaß am Musizieren und lässt sich den Spaß vom ganzen Wettbewerbsdruck nicht kaputt machen. So kommt es zumindest rüber. Bitte so bleiben, dann könnte der Beitrag für eine Überraschung hinsichtlich Finalteilnahme gut sein.

© Elke Roels; eurovision.com













UNGARN: Hatte viele Vorschusslorbeeren bekommen, die sie bislang nach meinem Empfinden nicht ganz zu hundert Prozent erfüllen kann. Solide und unterhaltsam bleibt die Nummer trotzdem.

© Elke Roels; eurovision.com













PORTUGAL: Village People trifft Klassenkampf. Das fasst es weiterhin perfekt zusammen. Und weiterhin ist das Lied auf jeden Fall ein buntes Knallbonbon, das dem gestandenen ESC-Fan ein zufriedenes Schmunzeln auf die Lippen zaubern wird. Mehr jedoch nicht. Es wird wie so mancher holländischer Beitrag in den letzten Jahren ein missverstandenes Meisterwerk bleiben. :)

© Elke Roels; eurovision.com













LITAUEN: Eins muss man den Litauern lassen, sie versuchen wirklich alles, um aus diesem altbackenen Schmachtfetzen eine gediegene und gleichzeitig glamouröse Nummer zu machen. So richtig warm werde ich aber immer noch nicht mit dem Song. Er bleibt selbst mir etwas zu klassisch. Aber schön, dass sich Länder auch heutzutage an solche Balladen trauen.
© Elke Roels; eurovision.com













ASERBAIDSCHAN: Hach, man schmelzt dahin, so wie anscheinend im Jahr davor bei den Dänen, was ich bis heute nicht verstehe. Es wird bestimmt eine perfekt inszenierte Ballade sein, die viele Fans finden wird. Um das Finale und um eine dortige Platzierung in den Top 10 müssen wir uns keine Sorgen machen, selbst wenn das Stimmchen vor Aufregung ein bisschen zittern sollte.

© Elke Roels; eurovision.com













GRIECHENLAND: Letztes Jahr wollte ich bereits die Griechen für ihre musikalische Einfallslosigkeit verfluchen und habe mich dann bei der Live-Ausstrahlung doch vom OPA! anstecken lassen. Aber dieses Jahr... wird das mit Sicherheit nicht passieren. Das Stück ist weiterhin so heterogen und fast an der Grenze zur Selbstgefälligkeit, dass ich den Griechen das Ausscheiden im Halbfinale beinahe an den Hals wünsche.

© Elke Roels; eurovision.com















Gut, dann bleibt nur noch meine übliche Finalteilnehmerprognose (Die Reihenfolge der Länder hat dabei natürlich nichts mit der Rangfolge zu tun)


ASERBAIDSCHAN
UNGARN
FINNLAND
RUSSLAND
TÜRKEI
POLEN
SCHWEIZ
ISLAND
KROATIEN
ALBANIEN

Donnerstag, 5. Mai 2011

Fernsehgott, ich preise dich!

Kulturbeflissene Medienschaffende liegen sich freudentrunken in den Armen und weinen die eine oder andere Träne in ihren Chardonnay. Nachdem sie endlich die große Reizfigur Thomas Gottschalk gestürzt haben, folgt ihm nun am 31. Mai die Mutter der Fernsehabzocke: 9 Live. Eine Nachricht, die genauso plötzlich über mich kommt wie der Tod von Osama bin Laden. Wie jetzt, einfach so? Und so schnell? Was ist da los?

Die Programmverantwortlichen der ProSiebenSAT.1-Gruppe können doch nicht von einem Tag auf den anderen gemerkt haben, was für eine unmoralische Scheiße sie da eigentlich ausstrahlen. Da kann nur das Geld eine Rolle gespielt haben. Wenn sich die unmoralische Scheiße nicht einmal rentiert, ist sie selbst für den abgebrühtesten Fernsehmacher nicht mehr vertretbar. 
Das Prinzip "Schaden durch Ignorieren" kann also tatsächlich einmal Erfolg haben. Freuen wir uns also, dass jetzt endlich wieder Platz sein wird für einen weiteren zielgruppenspezifischen Konservensender, der entweder die Altlasten der großen Sendergruppenbrüder versenden muss/kann oder die Ware ausstrahlt, für die nicht einmal ZDFneo etwas auf dem Lizenzmarkt bieten würde. Ach so, den gibt's ja schon... :)

Samstag, 30. April 2011

Der Blick in die Kristallgoogle :)

Eins ist in Sachen ESC klar: Der gewiefte Zuschauer geht nicht unvorbereitet in diese Veranstaltung. Dem Internet sei Dank sind die Teilnehmer und ihre Lieder kein Geheimnis mehr, wenn sie am Samstag Abend bzw. am Dienstag oder Donnerstag Abend auf der Bühne stehen. Und gewiss entwickelt sich heutzutage im Vorfeld ein viel aktiveres Fandome als früher bzw. wird sich viel mehr im Vorfeld ausgetauscht und debattiert. Aber macht das den Sieger auch vorhersehbarer?
Wenn man die Datenstaubsauger von Google anschaut, könnte man es glauben. Seit 1. April analysiert wieder ihr Prognosetool ESC-bezogene Suchanfragen in den beteiligten Ländern und vergibt anhand dessen für jede Nation Punkte nach dem bewährten Prinzip. Quasi ein Politbarometer für Grand Prix-Fans.
In den letzten 2 Jahren hat deren Analyse jeweils einen klaren Favoriten gezeigt: Alexander Rybak und Lena. Und tatsächlich standen am Ende diese beiden Interpreten auch am Ende als Sieger dar. Wird der mächtige Google also auch in diesem Jahr wieder den Sieger voraussehen?
So, wie sich die Diagramme bisher präsentieren, gibt es alles andere als einen klaren Spitzenreiter. Zwar tummelt sich erfreulicherweise Lena mit nur wenigen Unterbrechungen permanent an der Spitze, aber danach bzw. drumherum wird es sehr schwammig. Wenn man die Konstanz als brauchbarsten Faktor heranzieht, sticht der irische Beitrag Jedward als größter Lena-Konkurrent hervor. *stirnrunzel* Im Kreis den Top 5 tummeln sich vornehmlich die Länder Frankreich, Dänemark und Schweden. Was kann man also daraus schließen?
Lena in ihrer besonderen Rolle als Titelverteidigerin schafft gewiss viel Aufmerksamkeit. Wenn die vielen Anfragen auch bedeuten, dass der Song scheinbar ganz gut im Ausland ankommt, ist das ausgerufene Ziel Top 10 gar nicht mal unrealistisch. Aber hauptsächlich ünterstützt dieses Tool meine Hoffnung, dass wir diesmal endlich wieder einen richtig spannenden Contest erleben werden; einer, bei dem wir nicht schon zehn Länder vor Ende den Siegertitel haben. Und dass der Live-Auftritt definitiv das Zünnlein an der Waage sein wird.

Donnerstag, 28. April 2011

Der Themenflash

Meine Gute, ist es echt schon wieder über ein Monat her, dass ich hier was gepostet habe? Herrje, dabei ist so viel Interessantes passiert... Na gut, da diese komplette Zeit nur schwer zu rekonstruieren ist, beschränke ich mich auf Kurzkommentare.


1) OSTERN: Das Osterprogramm war in der Summe sehr durchwachsen, abgesehen natürlich vom Disney Filmfest in SAT. 1 am Karfreitag. :-))))

2) SAT. 1, DIE ZWEITE: "Danni Lowinski" und "Der letzte Bulle" bekommen jeweils eine dritte Staffel. *freu*

3) RINGELPIEZ MIT ANFASSEN: Der "Dating im Dunkeln"-Schmarrn ist Gott sei Dank am Ostersonntag kläglich gescheitert, zumindest für RTL-Verhältnisse. Das lässt hoffen, dass die drei noch folgenden Episoden auch die letzten sein werden.

4) UNDERCOVER BOSS: Wenn RTL den Showregler etwas herunterdrehen würde und sich mehr auf die dokumentarische Seite fokussieren würde, hätte das Format echt großes Potential. Es trifft auf jeden Fall optimal den Zeitgeist.

5) QVC in HD: Endlich, der Homeshoppingsender meines Vertrauens strahlt auch bald hochauflösend  über Satellit aus, und das sogar ohne HD+. Was will hausfrau mehr?

6) THE CUBE: Auch wenn ich eigentlich ein großer Freund der Perfekten Minute bin, würde ich für diesen Freitag Abend eine Empfehlung für RTL aussprechen. Da kommt nach WWM? die neue Gameshow "The Cube". Von der britischen Originalversion bin ich jedenfalls total begeistert und wenn sie es trotz Nazan Eckes schaffen, das Ganze gut zu adaptieren, erwartet uns ein echt launiges Showformat, das gerne fortgesetzt werden kann.