Montag, 27. Februar 2006

Endlich wieder schreiben!

Gott sei dank geht hier wieder alles und endlich habe ich mal wieder Zeit, euch was zu schreiben. Ist ja seit letzter Woche ordentlich viel passiert.

Zu aller erst ein Jubelschrei Richtung Turin *jubel*, denn wir sind die Wintersportnation Nummer 1! Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner. Damit habt ihr die Fußballer ganz schön unter Druck gestzt. Jetzt müssen sie sich im Sommer doppelt so stark anstrengen.

Zweitens: die "Sturmflut". Ein echt hammergeiler Zweiteiler, mit Effekten, die locker mit Hollywood mithalten können (wer am Montag nach dem zweiten Teil EXTRA geschaut hat, weiß was ich meine). Leider muss ich sagen, dass mir die Geschichte an sich ein bisschen zu sehr wie Hollywood wirkte. Was nicht heißen soll, dass es schlecht war. Für zwei tolle Fernsehabende und einem Fernsehpreis für das beste Szenenbild wird es reichen, doch vom Grimme-Preis sind sie im Gegensatz zu Filmen wie "Das Wunder von Lengede" weit entfernt.

Drittens: "Hero". Wer den gestern nicht gesehen hat, ist selber schuld. Mehr sage ich nicht dazu.
Ansonsten heißt es heute nochmal Zähne zusammen beißen, den Rosenmontag mit seiner gefühlten 100. Karnevalssendung überleben und dann wieder in den gewohnten Fernsehtrott übergehen.

Danke fürs Lesen!

Montag, 13. Februar 2006

Olympiafieber

Es hat mich gepackt, das Olympiafieber. Seit der bombastischen Eröffnungsfeier am Freitag kriege ich den Blick nur schwer weg von den 24-stündigen Übertragungen aus Turin und Umgebung. Egal ob Biathlon, Langlauf, Nordische Kombination, Curling oder Dameneishockey, alles wird geschaut. Schließlich will ich nicht die kleinste Entscheidung verpassen.


Am Samstag hatten wir immerhin auch schon ordentlich zu feiern. Zwei Goldmedaillen, die man beide nicht unbedingt erwartet hatte, ein perfekter Start in diese Spiele. Der Sonntag allerdings war eher trüb. Ausgerechnet dort, wo man eine sichere Medaille vermutet hat, beim Eisschnelllauf der Damen mit Pechstein und Friesinger und beim Rodeln mit dem Hackl-Schorsch, kam nichts heraus. Nur dieser häßliche vierte Platz, den beschissensten aller Plätze. Und zu allem Überfluss verfehlt auch noch Michael Uhrmann beim Skispringen die Bronze-Medaille. 25 cm bzw. ein halber Punkt bei den Haltungsnoten hat gefehlt. *frustschieb*


Das einzige, was an diesem Olympiatag meine Stimmung aufhellen konnte, waren Waldi und Harry, das neue Traumduo des Sportfernsehens. Ihre erste gemeinsame Sendung, in der sie mit den wichtigsten Akteuren des Tages zusammensaßen, war herrlich lockere Unterhaltung mit einem leichten Hauch von Anarchie. Ein zurückhaltender, aber trotzdem gut aufgelegter Harald Schmidt, der seine neue Rolle als Sidekick vom Waldi sichtbar genossen hat, und der etwas gemütlichere Waldemar Hartmann, der aber Schmidt verbal durchaus Paroli bieten kann. Ich finde, diese Kombination ist, auch wenn man es im Vorfeld nicht ganz glauben konnte, ein echter Volltreffer. Deshalb schaltet heute abend wieder in die ARD und unterstützt die beiden durch euer Zusehen, damit sie uns auch bei der WM erfreuen können.


Danke fürs LEsen!

Samstag, 4. Februar 2006

Mein Januar-Resümee

Ist schon wieder Februar? Also echt, seit ich hier in Erlangen studiere, vergeht die Zeit noch schneller als vorher. Ich bin noch gar nicht im neuen Jahr richtig drin, da muss ich schon auf den ersten Monat wieder zurückblicken.


Wobei, viel ist ja sowieso nicht passiert. Von Bad Reichenhall bis Kattowitz fallen überall den Leuten die Hallendecken auf den Kopf, die Kulturwelt feiert Mozart bis zum Exzess, Deutschland trauert am selben Tag um Johannes Rau und Außenminister Steinmeier kommt vor lauter Geiselverhandlungen gar nicht mehr dazu, sein Amt richtig auszuführen. (Der wird wohl inzwischen auch sagen: "Irgendwie habe ich mir den Job ein wenig ruhiger vorgestellt")


Dazu kommt natürlich die kleinen und großen Skandälchen im Fernsehprogramm. Nachdem ja Heulsuse Stefan bei DSDS freiwillig raus ist, schien die BILD zwanghaft nach einer Show zu suchen, die sie auf billigste Weise durch den Druck ziehen konnte. Und da wohl die Super-Nanny selbst für die BILD zu einfach gewesen wäre, hetzt man nun gegen mein persönliches Fernsehhighlight des Monats "Germany's next Topmodel - by Heidi Klum". Selbst die Absetzung des Formates wurde schon von einigen frustierten Müttern gefordert, soweit ich mitbekommen habe. *hämisch lachend*


Liebe BILD, liebe Mütter, was das Thema Absetzen angeht, fielen mir spontan mindestens ein Dutzend, wenn nicht sogar zwanzig Formate ein, die noch vor Heidis Topmodel-Show vom Bildschirm verschwinden sollen:


Upps! Die Pannenshow, Bitte lachen!, ClipCharts, K11, Lenßen & Partner, Niedrig & Kuhnt, Das Geständnis, Voll total, Das Straf-/Jugend-/Familiengericht, Richter Alexander Hold, Richterin Barbara Salesch, Zwei bei Kallwass, Britt, Wohnen nach Wunsch, Hinter Gittern, Das Deppenfest der Volksmusik, Willkommen bei Carmen Nebel...


Soll ich noch weiter machen? Also, regt euch nicht so künstlich über eine an sich harmlose Sendung auf, denn wie Bruce sagen würde: "That's fashion, baby!" Das Business wird in der Realität nicht anders sein. Bist du an manchen Stellen zu fett oder zu mager, bist du für den Laufsteg nicht zu gebrauchen. Aber so etwas will ja niemand hören und sehen, vor allem nicht die frustierten Mütter. Die schauen sich lieber die schlecht gespielte Realität im Gerichtsaal an oder lachen sich scheckig, wenn eine Oma beim Tanzen auf der Hochzeitsfeier aufs glatte Holzparkett kracht. Und wenn die pubertierende Tochter jetzt statt Superstar lieber Topmodel werden will, schrillen sofort die Alarmglocken und jedesmal, wenn die Kleine aufs Klo geht, wird an der Tür gelauscht, ob irgendwelche Würgelaute zu hören sind.


Was für eine Welt...


In diesem Sinne, danke fürs Lesen!

Freitag, 27. Januar 2006

Geburt und Tod

Wozu einer alter toter Österreicher noch gut sein kann...


Dank Wolfgang Amadeus Mozart, der heute seinen 250. Geburtstag gefeiert hätte, überbieten sich die Sender zur Zeit mit kulturellen Programmevents. Alles was auch nur im entferntesten mit Mozart zu tun haben könnte, wird verwurstet und über den Äther geschickt; von der "Galileo"-Reportage zur Entstehung der Mozartkugel über aufgeblähte Teilzeitbiographien bis hin zur langen Mozart-Nacht mit zahlreichen Opern- und Sinfonie-Aufführungen. Der Kulturauftrag der Öffentlich-Rechtlichen ist damit definitiv erfüllt, wenn nicht sogar überfüllt. Und mit dem Fernsehen hört es ja gar nicht auf. Da der Buchhandel letztes Jahr zum Beispiel erkannt hat, dass sich im Zuge des Einstein-Jahres dessen Biographien und eigene Werke wie geschnitten Brot verkaufen, bekommt man jetzt die geballte Ladung Mozart auch in gebundener Form vorgesetzt. Meist haben die Titel mit Mozart direkt überhaupt nichts zu tun, aber solange der Name irgendwo erwähnt wird, könnte es sich dieses Jahr als rentabel erweisen.


Das, finde ich, ist eine Entwicklung, der man sowohl Positives als auch Negatives abgewinnen kann. Klar, diese größere Aufmerksamkeit ist toll und mehr als überfällig, aber um jeden Preis? Ist dieses Jahr zum Beispiel bisher irgendwann einmal der Name Einstein wieder in den Mund genommen worden? Nachdem 2005 Monate lang ein Riesenbuhei um ihn gemacht wurde, bis es kaum noch eine Fluchtmöglichkeit gab?


Denkt mal darüber nach, wenn ihr euch ab Mitternacht im MDR "Don Giovanni" anschaut.


Danke fürs Lesen!

Donnerstag, 26. Januar 2006

Für diese Show bist du zu fett!

Was hat der brave männliche Fernsehblogger heute
geschaut? Genau, die Weiber bei "Germany's Next Topmodel".
*sabberwegwisch* *g* Heidi Klum und 32 schöne Frauen auf einem Haufen,
was will man(n) mehr zur Primetime? Aber bevor mich hier alle
weiblichen Bloggerinnen zusammenstauchen, bleibe ich lieber
sachlich und widme mich der Sendung.

Im Grunde ist GNT (hiermit beanspuche ich das
offizielle Copyright für die Abkürzung) ja nichts anderes als DSDS oder
Popstars, nur eben ohne Singen, sondern ausschließlich mit gut
Aussehen. Dafür sind sie beim Aussehen und bei den Maßen mehr als genau
und eine Kandidatin mit 92er-Taille wird da schon mal vom
Make-Up-Artist in der Jury (mein Namensgedächtnis *kopfschüttel*) als
zu fett bezeichnet. Bei dem Stress, den die Mädchen bis dahin
schon durchgemacht haben, (z.B. in weniger als 15 Minuten von
Kopf bis Fuß ein Outfit inklusive Styling zusammen stellen; eine
echte Extremsituation *g*) ist so etwas wohl der endgültige
Dolchstoß.


Am zweiten Tag, nachdem bereits die ersten 12
wieder heimgeschickt worden sind, hieß es dann: Spontanmodenschau in
der Zeche vor Hunderten äußerlich und innerlich verschmutzten
Bergarbeitern. Eine Sache, der tatsächlich nicht alle gewachsen waren,
obwohl mein neuer Lieblings-Juror Bruce, der
Catwalk-Coach, während der beiden Walks so viel Energie und
Freudentränen für die Mädels versprüht hat.


Immerhin hat es dem Jury-Quartett (zur Erinnerung:
Heidi, Bruce, der Make-Up-Artist und der sogenannte Booker von IMG
Models) die anschließende Entscheidung über die 12 Finalkandidatinnen
ein wenig leichter gemacht. Allerdings wird es für die
verbliebenden Mädels jetzt erst recht hart, denn gleich als Erstes geht
es in der nächsten Sendung nach New York zum ersten professionellen
Shooting. Da kann ich durchaus verstehen, dass bei einem so zierlichen
Wesen wie der 16-jährigen Luise der Kreislauf noch direkt im Studio
kollabiert. Hofft mit mir, dass dies nicht das Wettbewerbsende für
Luise ist und dass wir noch viele ... schöne Momente mit diesem
wirklich schönen Format erleben werden.


Danke fürs leSeN!

Sonntag, 22. Januar 2006

Hurra, hurra, der Didi der ist wieder da...

Die schönste Nachricht der Woche sah ich Freitag morgen im Newsletter von MSN: "Heulsuse gibt auf! Stephan Darmstedt steigt bei DSDS aus"
*freudensprung*


Endlich haben die ganzen Buhrufe des Publikums und die Hetzkampagne der BILD mal etwas Positives bewirkt. Zum ersten Mal seit langem konnte ich am Samstag wieder eine Mottoshow entspannt anschauen, ohne dass mir zwischendurch beim Anblick eines bestimmten Kandidaten die Galle hochkommt. Von jetzt an kann man sich wirklich nur auf die gesangliche Tagesform der einzelnen Leute konzentrieren, und das war auch in dieser Show bitter nötig.


Mit Neuling Didi war das Feld nun nahezu auf gleicher Höhe. Der einzige, der wirklich herausstach, war eindeutig Mike Leon Grosch. Einfach nur genial! Die Anderen hätte ich nach meiner persönlichen Skala folgendermaßen eingeordnet: Nevio, Vanessa, Tobias, Anna, Didi, Lena. Dementsprechend hätte für mich gestern Daniel rausgemusst. Aber letzten Endes war es mir egal, ob Lena oder Daniel. Solange mich ein Stephan Darmstedt nicht mehr quält, bin ich mit dieser Sendung erst einmal zufrieden.


Danke fürs LEsen!

Freitag, 20. Januar 2006

Scheibenwischer 2006


"Scheibenwischer" war schon letztes Jahr für mich immer ein Fest. Nirgendwo sonst als bei diesem Schaulaufen der politischen Kabarettisten und intelektuellen Humoristen bekommt man so gute Satire zu hören.


Gestern, in der ersten Sendung des neuen Jahres, im neuen Live-Studio in Berlin, war das Quartett Jonas, Richling, Schramm und Lüdecke sogar besonders aufgelegt. Kein Wunder, Gesprächsstoff gab es in der letzten Zeit ja auch genug: Der Merkel-Besuch bei Bush und Putin, die Verwicklungen des BND in den Irak-Krieg und das vernichtende Urteil der Stiftung Warentest bezüglich unserer WM-Stadien. Alles hat seinen Platz in den gut 30 Minuten gefunden, und als ungewöhnlich ernsten Hauptgang gab es noch die Altenheim-Problematik oben drauf. Da spart man sich doch alle Nachrichtensendungen und Politmagazine. Auf jeden Fall freue ich mich schon aufs neue Scheinbenwischer-Jahr 2006.


Danke fürs LEseN!