Samstag, 15. September 2012

Neue Saison, neues Glück

Ja, lange ist's her... im täglichen Geschäft verliert man so schnell die Zeit, für sich selber hier zu reflektieren. Diese ständigen Veränderungen auf dem Markt machen einen ganz schwindlig. Dazu geht jetzt die lange Sommerdurststrecke ihrem Ende zu und ein neues Fernsehprojekt nach dem anderen wartet auf seine Chance. Was wird überleben und was bewegt vor allem die Masse in diesem immer diffizileren Markt, in dem gefühlt jede Woche ein neuer Nischensender aus dem Boden schießt, egal ob Pay- oder Free-TV?

Erste kleine Mainstream-Highlights sind für mich schon gestartet. Eines davon: "Person of Interest". Da fühlte ich mich ein bisschen an meine Lost- und 24-Hochphase erinnnert. Ein kerniger Haudegen als Hauptdarsteller, der nicht lange fackelt, dazu ein wohldosierter Hauch von Lost, geradezu personalisiert durch Michael Emerson. Da bin ich gespannt, wie's weitergeht. Und ja, das mag jetzt ein krasser Stilbruch sein, aber auch die neue SAT.1-Serie "Es kommt noch dicker" hat meine Sympathien gewonnen. Im Vorfeld war ich nur grundsolidarisch mit diesem Format, weil ich ja hoffe, dass SAT.1 endlich ein konstantes Fenster für deutsche Serien-Fiction gebacken kriegt. Aber ich muss zugeben, sie haben mit der Serie einen ganz amüsanten Job gemacht. Hoffen wir mal, das "Auf Herz und Nieren" da mithalten kann.

Und morgen folgt der nächste Brummer: DAS SUPERTALENT!! Ich gebe zu, die zu zwei Dritteln neue Jury wird mir einen Blick wert sein. Bohlen als aufgezwungenes Inventar, Hunziker als die obligatorische Frau mit Akzent und in the left corner THOMAS GOTTSCHALK, der Unterhaltungs-Titan. Was wird das für eine Show? Das fragt sich wahrscheinlich jeder, womit RTL PR-technisch genau ins Schwarze getroffen hat.

Passend dazu heute die sensationelle Nachricht, dass die Frontmänner und -frauen von Culcha Candela und Tokio Hotel in die DSDS-Jury gehen werden. :-D Mensch, ein besseres Ensemble zum Abschied dieses Formats kann man sich kaum vorstellen.

Sonntag, 27. Mai 2012

Euphoooooooria!

Gut, es ist tatsächlich der Favorit geworden, und das mit deutlichem Vorsprung. Jetzt hat Schweden wieder seinen Willen bekommen und darf nächstes Jahr nach 13 Jahren mal wieder die Feder beim ESC führen. 
Eigentlich kann man im Nachhinein nichts an Loreen kritisieren. Die Performance war stimmig inszeniert, die Stimme hat gesessen. Länder wie Zypern und leider auch mein Engelbert aus England haben mit ihrem dünnen/zittrigen Gesang den Auftritt klar versemmelt und sind entsprechend hinten gelandet. Dass sich aber tatsächlich so viele in Europa auf diese düstere Dancenummer einlassen, hat ein wenig überrascht, sicherlich im Guten.
Aber wenn es danach geht, muss sich an dem Abend über viele Dinge wundern, angefangen bei Loreens härtestem Verfolger, die Babushkis aus Russland. Gerade am Anfang, als der Balkan geballt die Punkte verteilt hat, fühlte man sich doch etwas an die Zeit vor 2009 erinnert. Wo war da bitte die Gewichtung der Jurys? Und welcher musikalisch versierte Mensch vergibt ernsthaft Jury-Punkte an die Gruppe aus Russland? Wie kann es sein, dass das Lied fünfmal 10 Punkte, ergo die zweithöchste Wertung bekommt, unter anderem aus einem Land wie ITALIEN? Sehr strange... 
Mit den Top 10 im Ganzen kann ich allerdings ganz gut leben. Serbien auf Platz 3: Super. Aserbaidschan auf Platz 4: Vielleicht ein wenig überbewertet. Albanien auf Platz 5: Mehr als überraschend. Estland auf Platz 6: Großartig! Mein heimlicher Favorit hat sich tatsächlich durchgesetzt. Türkei auf Platz 7: Fällt unter die Kategorie "War zu erwarten". Italien auf Platz 9: Sehr schön. Spanien auf Platz 10: Erfreulich, sowohl für mich als auch für die Spanier bestimmt.
Und dazwischen auf Platz 8 rangiert tatsächlich unser Roman Lob. Erst einmal Glückwunsch! Sein Auftritt war wirklich mehr als souverän, eigentlich der beste, den ich bisher von ihm gesehen habe. Und dass er bei dieser Konkurrenz mit einem so unaufgeregten Song so weit vorne landet, war wirklich nicht zu erwarten.

Überhaupt, was war eigentlich der Trend dieses Jahr? Auf jeden Fall wieder die große Ballade (Albanien, Aserbaidschan, Spanien, Estland). Die niedlichen Schmusesongs (UK, Dänemark) blieben leider auf der Strecke, abgesehen von unserem süßen Roman. Immerhin wurde das 08/15-Party-Humtata aus Griechenland und der Ukraine ordentlich abgewatscht. Zumindest dürften diese Platzierungen die Verantwortlichen nicht zufrieden stellen. Und das klassische Trickkleid feierte durch Frankreich ein kurzes Comeback. :)

Alles in allem war es definitiv nicht der beste und spannendste ESC, aber einer, der mich trotzdem unterhalten hat. Schweden wird das mit Sicherheit nächstes Jahr toppen können.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Baku 2012 - Das erste Halbfinale

Ich bin wieder online! Nach monatelangen Umzugsquerelen ohne heimischen Internetzugang. Das hat   mir die ganze Vorberichterstattung zu dem ESC in Baku ruiniert, der ja schon in 5 (!) Tagen mit dem 1. Halbfinale in die entscheidende Phase geht. Aber wie heißt es so schön: Besser zu spät als nie. Daher folgt hier nun mein Feedback zu den Teilnehmern des ersten Halbfinals.

MONTENEGRO: Gut, dass der blödeste Song dieses Jahrgangs gleich als Erstes läuft. Dann muss man sich den Rest des Abends nicht mehr damit beschäftigen.

ISLAND: Wie schon befürchtet, ist das Lied der Verenglischung zum Opfer gefallen. Im Gegensatz zu letztem Jahr aber, wo der sehr schlichte englische Text viel Charme geraubt hat, wirkt diesmal der Song auch in der Fremdsprache stimmig. Ich bin immer noch gespannt, wie der Stil ankommen wird. Mir gefällt es auf jeden Fall.

GRIECHENLAND: Die Griechen, das Land, das mein ESC-Blut immer in Wallungen bringt, mal im Positiven (OPA!), mal im Negativen (Watch my dance in Düsseldorf und Sakis Rouvas). Unter diesem Maßstab lässt mich der diesjährige Beitrag geradezu kalt. Es klingt halt so, wie ein griechischer Beitrag klingen muss, und ist eingängig genug, um sicher ins Finale zu kommen. So what?

LETTLAND: Eigenlob stinkt. Vor allem, wenn es wie in diesem Fall nicht gerechtfertigt ist. "Beautiful Song"... ja nee, is klar.

ALBANIEN: Sorry, aber ich kann mir das emotional gemeinte Gekreische von Rona Nishliu einfach nicht schönreden. Stimmlich mag das überragend sein, aber wenn die Emotion nicht rüberkommt, läuft irgendwas gehörig falsch. Aber sie steht wenigstens zum Albanischen, Kompliment!

RUMÄNIEN: Für mich sind die Rumänen (wieder mal) für eine dicke Überraschung gut. Das Lied von Mandinga hebt sich musikalisch angenehm von den ganzen David Guetta-Party-Klonen ab und sorgt für richtig sommerliche Partystimmung. Das wird wieder ein glatter Durchmarsch ins Finale.

SCHWEIZ: Charts- und radiotauglich ist die Nummer allemal. Aber beim ESC tu ich mich mit diesen Soft-Rock-Nummern immer ein wenig schwer. Wenn, dann ist hier eher die härtere Gangart gefragt. Bei der vorhandenen Konkurrenz wird es also schwierig.

BELGIEN: Holla, so konventionell habe ich Belgien schon lange nicht mehr erlebt. Wo sind die charmanten A-capella-Truppen und Elvis-/James Blunt-Imitatoren geblieben? Stattdessen nun ein blutjunges Mädchen namens Iris, die belgische Lena gewissermaßen. Hoffen wir einfach, dass da live nichts schief geht. Diese Art von Ballade verzeiht keinen schiefen Ton.

FINNLAND: Hm, das Lied ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Es versprüht weder einen nordisch-mystischen Charme noch hat es einen ernsthaften emotionalen Ausbruch. Ist mir definitiv zu unausgewogen, um es für das Finale im Auge zu behalten.

ISRAEL: Schön extravagant. Ob genug Leute etwas damit anfangen können, bleibt abzuwarten.

SAN MARINO: Der Siegels Ralph hat es mal wieder geschafft. Er haut mal wieder eine Komposition heraus, die wirklich seinesgleichen sucht. So zeitgeistig, so up to date, so... dröge! Und das liegt nicht nur daran, dass das Aufmerksamkeit heischende F-Wort (Facebook) aus dem Titel genommen werden musste. Am Ende wird das bestimmt wieder Ralphs faule Ausrede für den sehr wahrscheinlichen Misserfolg sein. Schade, er war mal so gut, der Mann. Jetzt "gefällt er mir nicht mehr".

ZYPERN: War es für mich schon nach dem ersten Hören und ist es immer noch: Ein echter Titel-Anwärter. Den werden wir sehr weit vorne sehen, das prophezei ich euch. Ob ganz vorne? Das wird wahrscheinlich die Tagesform ausmachen.

DÄNEMARK: Was soll man sagen? Es ist erneut richtig gutes Pop-Futter, das unsere nördlichen Nachbarn ausgewählt haben. Für mich genau wie Zypern ein Anwärter für die ganz oberen Plätze.

RUSSLAND: Für Lieder wie dieses hat man Gott sei Dank vor einigen Jahren das Jury-Voting wieder eingeführt. Zugegeben, der Auftritt der Mütterchen ringt einem ein Schmunzeln und ein wenig Anerkennung ab, aber woher kommt dieser fucking Hype, durch den man den Babushkis ernsthaft Siegchancen einräumt? Um Himmels Willen, wenn so etwas gewinnt, das würde den Contest um Jahrzehnte zurückwerfen! Musikalisch ist das doch eine Katastrophe! Vielleicht ist das aber auch ein Test der Russen, nach dem Motto: Kommen wir wirklich mit jedem Scheiß ins Finale und in die Top 10? Wehe, wenn die Jurys dieses Lied nicht abstrafen!

UNGARN: Getragener Elektro-Pop und bedeutungsschwangere Lyrics, der aber in dem ganzen Geplätscher untergeht. Ist nicht mein Ding.

ÖSTERREICH: Jawoll, die Trackshittaz sind endlich am Start! Die passen mit ihrer Performance zum ESC wie Arsch auf Eimer. :) Ihre Vorjahresnummer "Oida, taunz!" hat mir zwar wesentlich besser gefallen, aber "Woki mit Deim Popo" wird bestimmt auch a Fetzngaudi.

MOLDAU: Offenbar gibt es im Balkan die Absprache, dass immer mindestens ein Land pro Jahr eine folkloristisch angehauchte Nummer an den ESC liefert. Dieses Jahr muss wieder Moldau die Quote bedienen. Aber sie erfüllen diese Pflichtaufgabe mit Bravour. Das Lied macht Laune, der Sänger ist optimal auf die schwule Zielgruppe ausgerichtet, was will man also mehr? Meinen Segen für das Finale hat es.

IRLAND: Was wäre das Tödlichste für Lena in Düsseldorf gewesen? Wenn sie mit der gleichen unschuldigen Keckheit aufgetreten wäre wie in Oslo, wenn wir ihr musikalisch gesehen eine billige Satellite-Kopie vorgegeben hätten. Haben wir Gott sei Dank nicht. "Taken by a stranger" war anders genug, um auch Lena anders, nämlich reifer zu zeigen. Genau dieser Wandel hat offensichtlich bei Jedward in den letzten 12 Monaten nicht stattgefunden. "Waterline" klingt konventioneller, weniger catchy wie "Lipstick", und ihr Auftreten bietet inzwischen keine Überraschungen mehr. So sehr ich die Zwillinge von Düsseldorf gemocht habe, aber die Zwillinge von Baku werden es echt schwer haben.

Bleibt nur noch die obligatorische Wettprognose für die Top 10, die ins Finale schaffen:

MOLDAU
RUSSLAND
DÄNEMARK
ZYPERN
RÜMANIEN
GRIECHENLAND
ISLAND
IRLAND
BELGIEN
ÖSTERREICH

Samstag, 25. Februar 2012

Vielfalt... oder nicht?

Und weiter geht das muntere Sichten der Roman-Konkurrenz.

ISLAND: Greta Salóme & Jónsi - Mendu Eftir Mér


Island bietet innerhalb Skandinaviens noch die größte musikalische Abwechslung beim ESC. Jedes Jahr ist man aufs Neue überrascht, was von ihnen angeboten wird, mal im positiven, mal im negativen Sinne. Diesmal soll es also eine Mystik-Rock-Nummer richten. Naja... Vom Hocker reißt das jetzt nicht unbedingt. Und Geigen sind ja mal so was von 2009. Ich denke, da muss man sich keine große Hoffnungen machen.



UNGARN: Compact Disco - Sound of our hearts




Hm, also beim ersten Hören ist das nicht Fisch, nicht Fleisch. Für die große Feuerzeug-Hymne kommt es nicht genug aus den Puschen, für eine moderne Elektro-Pop-Nummer klingt es mir zu eindimensional und einfallslos. Bei mir im Autorenbüro würde man wahrscheinlich sagen "Geh da noch mal drüber", aber hier kann man das ja schlecht. Sie hätten sich mal vorher ein bisschen was von Glasperlenspiel anhören sollen, so zur Inspiration...




TÜRKEI: Can Bonomo - Love me back




Der momentan mit Abstand am meisten diskutierte und gehypte Song im Teilnehmerfeld. Mag wohl vor allem an den ESC-verrückten Türken liegen. :) Für mich persönlich ist diese Türkpop-Klezmer-Nummer eher das, was Raphael Gualazzi letztes Jahr für Italien wurde: ein zufrieden stellender zweiter Platz dank einer üppigen Ausbeute bei den Jurypunkten. Wie ein Siegersong fühlt sich das Ding auf jeden Fall nicht an, dafür ist der Stil doch etwas zu speziell.




UKRAINE: Gaitana - Be my guest




*stöhn* Diese Ukrainer... Die konnten schon in den letzten Jahren die größte Schlonz-Musik hinschicken und haben trotzdem immer wieder im Finale solide abgeschnitten. Die Krönung der Dreistigkeit war ja letztes Jahr in Düsseldorf die Nummer mit der Sandmalerin. Ehrlich Leute, in den drei Minuten hätten sie eine Topfpflanze auf die Bühne stellen können und die Stimme im Fullplayback abspielen können, es hätte keinen gestört. So eine Verarsche!
Und das Schlimmste daran: im Gegensatz zu den Weißrussen kann man deren Schmarrn nicht so gut ignorieren. Deswegen reg ich mich schon wieder uff. Und wie ich sehe, wird es dieses Jahr nicht besser. Der x-te David Guetta-Klon, kombiniert mit ein paar bescheuert kostümierten Hampelmännern, fertig ist die Laube. War schon vor vier Jahren nicht mehr cool, warum also jetzt? Aber immerhin stellen sie diesmal eine ordentliche Sängerin auf die Bühne und nicht wieder eine überstylte Professionelle.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Guetta-Klone aus allen Himmelsrichtungen

FRANKREICH: Anggun - Echo (You and I)


'Olla die Waldfee! Was 'ört man denn da von der Grande Nation? Eine Dance-Party-Nummer par excellence. Ich glaube fast, dieses Jahr wird die Guettaisierung einen neuen Höhepunkt beim Song Contest erreichen. Aber im Vergleich zu Zypern zum Beispiel ist dieser Beitrag fast schon ein bisschen zu viel des Guten. Was seine Mittanzqualität in keiner Weise schmälert.


MALTA: Kurt Calleja - This is the night


Siehe da, auch Malta hat etwas Danciges zum Mitwippen gewählt. Im Vergleich zu der jetzt schon vorhandenen Up tempo-Konkurrenz ist der Song aber ein bisschen zu brav und in seiner Melodik fast schon altbacken. Es ist ein bisschen wie bei "Haba Haba", dem norwegischen Beitrag aus dem letzten Jahr. Eigentlich gibt es nichts auszusetzen, aber der ultimative Funke springt einfach nicht über. Apropos Norwegen...


NORWEGEN: Tooji - Stay


Um Brigitte Nielsen zu zitieren: Oh mein Gott! Was geht los da rein? :) Der dritte Guetta-Klon im Bunde, der wirklich in allen Belangen wie ein orientalisches Abziehbild von Eric Saades "Popular" wirkt. Fehlt echt nur noch die Glasscheibe, die er während der Choreographie zertrümmert. Allerdings, wenn man sich die Platzierung von Schweden im letzten Jahr anschaut, ist das nicht der verkehrteste Weg. Und mangelnde Power kann man dem Song auf keinen Fall nachsagen.

Sonntag, 19. Februar 2012

Ein erster Überblick

Okay, nachdem unser Beitrag jetzt feststeht, lasse ich nun zum ersten Mal meinen Blick über die Konkurrenz schweifen. Wie ist Roman Lob einzuordnen? Zeichnet sich jetzt schon ein potentieller Gewinner ab? Fangen wir an mit der

SCHWEIZ: Sinplus - Unbreakable


Aha, nach Anna Rossinelli steigen die Schweizer dieses Jahr also auf den Rock-Zug auf, interessant. Allerdings hat sich in den letzten Jahren in diesem Genre eher die härtere Gangart bewährt (siehe Türkei 2010 und Georgien 2011). Da wird es diese nette, eher softe Nummer wahrscheinlich schwer haben.


DÄNEMARK: Soluna Samay - Should've known better


Die Dänen schickten schon in den letzten Jahren immer grundsolide Pop-Ware zum Contest, die mal mehr, mal weniger honoriert wurde. (Mal mehr, mal weniger zurecht) In dieser Hinsicht reiht sich Soluna Samay perfekt ein. Ihr Lied hört sich wunderbar an, aber ob das für den großen Wurf reichen wird, wage ich (im Moment) zu bezweifeln.


ALBANIEN: Rona Nishliu - Suus


Ist bestimmt wieder eines dieser Lieder, das bis zur ultimativen Deadline noch eingeenglischt wird, daher kann man im Moment nicht viel zu der Nummer sagen. Wobei, viel zu übersetzen gibt es beim Lied eh nicht. Die Hälfte des Liedes verbringt Rona Nishliu ja mit Schreien oder langen Klagelauten. Das ist gesanglich sicher ganz toll und anspruchsvoll, aber um Himmels Willen, denkt doch mal an die Zuhörer! Viele werden froh sein, wenn die drei Minuten im Halbfinale vorbei sind und man danach dieses Lied nie wieder hören muss. 


ZYPERN: Ivi Adamou - La La Love


So, zum Schluss des heutigen Blocks gibt es noch etwas mit Schwung, einen richtig coolen Party-Song, der perfekt auf den momentanen Musik-Trend passt. Der Text ist eingängig, der Beat ist cool, da gibt es nichts zu meckern. Wenn Ivi jetzt auch noch live überzeugen kann, dann, ganz ehrlich, hat das Lied für mich Potential für die Spitze. Kompliment, Zypern!

Samstag, 18. Februar 2012

Unser Star für Baku - Das Resümee

Meine Lieben, viele Faktoren und Verpflichtungen haben dafür gesorgt, dass meine Berichterstattung zum Vorentscheid sehr gelitten hat. (Verflucht seist du, Berufsleben! ^^) Nicht einmal das entscheidende Finale gestern konnte ich verfolgen. :( Ist aber vielleicht auch besser so gewesen, sonst hätte ich vor lauter Aufregung noch graue Haare bekommen.
Fassen wir an dieser Stelle einfach mal zusammen: Roman Lob, die männliche Lena in diesem Jahr, ist nun unser deutscher Vertreter - big f*cking surprise - und unser Song für Baku ist "Standing still" geworden, eine Komposition, an der unter anderem Jamie Cullum seine Finger dran hatte, hört hört.

Was kann man zu diesem Song sagen, so beim ersten Anhören? Hm, ganz ehrlich gesagt, fehlt mir ein bisschen die Kante in dem Lied. Es ist auf jeden Fall wunderbar radiotauglich und das Arrangement stimmlich super auf Roman zugeschnitten, aber Lenas Titel in den letzten zwei Jahren waren finde ich wesentlich progressiver. Böse formuliert könnte man sagen, das Lied ist zu beliebig, vom Charakter her so wie "Running Scared" letztes Jahr. Ich glaube aber, diesmal warte ich wirklich auf die finale Studioversion, bis ich meine genaue Prognose abgebe. Wenn man noch ein bisschen von Ornellas Version klauen würde, dann...

Darüber hinaus darf man ja nicht den Roman-Faktor vergessen. Was ich so an ersten Reaktionen gelesen habe, sind ja viele total hin und weg von dem Bürschchen, egal welchen Geschlechts sie sind. :) Andererseits wird das bei so einem Lied wohl kaum reichen. Ein Raab oder ein Thomas D, die eigentlich für unnötiges Tamtam nichts übrig haben, werden sich was einfallen lassen müssen, damit Romans Auftritt auch optisch überzeugt. Doch dafür haben wir ja jetzt ganze drei Monate Zeit. Warten wir also ab...