Donnerstag, 5. Oktober 2006

Ein kleiner Silberstreif am Nachmittagshorizont

Endlich hat das Nachmittagsprogramm wieder eine Sendung, bei der man ohne schlechtes Gewissen zusehen und damit sogar Alzheimer vorbeugen kann.
Endlich mal ein Format ohne Selbstdarsteller, die uns eine Pseudorealität aus Sex und Gewalt vorspielen oder Tiefenpsychologie für Dummies veranstalten. 
Endlich keine weitere Real-Life-Doku mehr, in der uns der banale Alltag unserer Nachbarn oder ein tuntiger Weddingplanner als männliche Tine Wittler gezeigt wird.
Einfach nur eine kurzweilige Spielshow mit einem reizvollen Mitmacheffekt. Das ist "Sudoku-Das Quiz" im ZDF und mehr muss es auch gar nicht sein. Wer nachmittags nichts besseres zu tun hat, der hat jetzt endlich wieder die Gelegenheit, beim Zusehen mal sein Hirn einzuschalten.

Danke fürs Lesen!

Sonntag, 1. Oktober 2006

Das definitive Ende der Sommerpause

Ach, es ist doch immer wieder schön, "Wetten, dass...?" zu sehen. Mal für drei Stunden einen Hauch von internationaler Größe zu erleben. Auch wenn es inzwischen ein bisschen schade und auch etwas nervig ist, dass die Stars wirklich nur auf der Couch Platz nehmen, wenn sie im Zuge dieser Show entweder einen neuen Kinofilm oder einen neuen Event-Zweiteiler promoten können. 

Gott sei Dank haben gestern die Wetten das ausgebügelt. Wenn es meine Entscheidung gewesen wäre, ich hätte mich diesmal wirklich für keinen Wettkönig entscheiden können. Die Reisschüssel, der Plakettenleser, der Sudokuchecker und unser Professor für Zungenbrecher, alle waren durchweg klasse. Das hat man auch nicht in jeder Sendung. 

Und die Pussycat Dolls und P!nk gab es ja auch noch als musikalisches und vor allem optisches Sahnehäubchen *schnurr*. 

Trotzdem hat die Show "nur" knapp die 12 Millionen gestemmt, glaubt man das? Naja, lag vermutlich an dem noch schönen Herbstwetter.

Aber nächstes Mal will ich wieder die üblichen 14 Millionen sehen, wie es sich gehört, okay?

Danke fürs Lesen!

Montag, 18. September 2006

Ein Rüffel zum Wahlsonntag

Es ist ja schon schlimm genug, dass sich nun das braune Gesocks auch im mecklenburg-vorpommerschen Landtag einnisten darf. Aber noch schlimmer war wieder mal der während der Tagesschau gestartete Versuch, im Wahlstudio im Kreise der Gewinner und Verlierer ein
"sachliches" Interview mit dem Spitzenkandidaten der NPD zu führen.

Ich weiß, es ist schwer, aber es ist doch nicht zuviel verlangt, vor allem in einer Sendung wie der Tagesschau, dass man sich als Interviewer für zwei Minuten zusammenreißt und gegenüber so einem NPD-Fuzzi keine verbale Denunzierung vornimmt.

Stellt denen doch einfach mal so Fragen wie: Sehen Sie den Erfolg Ihrer Partei in ihrer inhaltlichen Kompetenz? oder: Werden Sie das offensichtlich geschenkte Vertrauen der Bürger auch bei Ihrer politischen Arbeit im Landtag ernst nehmen?

Das nützt uns doch mehr, als mit der Holzhammer-Methode auf irgendwelchen Wahlkampfparolen von denen rumzureiten. Wir sind doch wohl alle intelligent genug, um zu wissen, dass man darauf (,genau wie bei allen anderen Parteien,) nichts zu geben braucht. 

Aber ich fürchte, ich verurteile hier sowieso den falschen, denn was oder besser gesagt wer hätte diese unsägliche Darbietung von vornherein verhinderen können? Ganz genau, die zehn Prozent, die im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl daheim geblieben sind, den Finger
nicht aus dem Arsch bekommen haben und sich in keine der Wahlkabinen gestellt haben, um für eine der demokratischen Parteien ihre Stimme abzugeben!

Und kommt mir jetzt nicht mit Sätzen wie: "Ach, ist doch scheißegal, ob ich SPD, CDU oder PDS wähle, die machen doch alle die selbe beschissene Politik". Ja ist doch völlig Latte, Hauptsache, ihr wählt für irgendwen von denen! Jede Stimme für SPD, CDU und Co. hält die NPD unter der 5-Prozent-Hürde. Schon mal soweit gedacht?

Überlasst den Frustwählern doch nicht kampflos das Feld! Sonst können wir uns bei der nächsten Wahlsendung tatsächlich wieder über einen braunen Spitzenkandidaten in der Tagesschau freuen. Aber heult mir dann nicht die Ohren voll! 

Danke für Lesen!

Freitag, 15. September 2006

Perlen des Fernsehens, präsentiert von Guido Knopp; Teil 5: Bernd das Brot

Ein depressives Kastenbrot, drangsaliert von einem erfinderischen Busch und einem adrenalinsüchtigen Schaf. Wer auch immer auf diesen kranken Einfall gekommen ist, dem gehören noch heute die Füße geküsst. Er hat damit nämlich das geilste Ensemble des deutschen
Kinderfernsehens seit Bim Bam Bino entwickelt.

Am Anfang dienten
Chili das Schaf, Briegel der Busch und ganz besonders Bernd das Brot mit der 5-Minuten-Show "Tolle Sachen" als Pausenfüller im Nachmittagsprogramm. Doch schnell hat sich diese herrliche Parodie auf das Werbefernsehen und dem täglichen Teleshopping zum Kult entwickelt und das Trio bekam einen Sondereinsatz nach dem anderen. Märchen, Harry Potter, Raumschiff Enterprise, sogar der Wetterbericht, nahezu alles wurde inzwischen kindgerecht durch den Kakao gezogen.

Zum Star in all dem Trubel hat sich dabei nach und nach Bernd das Brot entwickelt. Erstaunlicherweise, muss man sagen, denn wer hätte wirklich geglaubt, dass ein stoisches, nörgelndes und ständig schlecht gelauntes Backwerk bei den Kindern so positiv ankommt? Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass dieses Format eines der wenigen ist, das den
Intellekt der Kinder nicht unterschätzt. Die liebe- und phantasievollen Geschichten, die um ihn gesponnen werden, sind schließlich alles andere als plump und zielen nicht nur auf billige Scherze.

Daher sollte jeder, der beim Lesen diesen Berichtes keine Ahnung hatte, von was ich rede, morgen Mittag mal auf KI.KA schalten und sich mal eine Stunde lang eine gesunde Dosis Spaß mit Bernd und seinen "Freunden" gönnen. Oder in dieser Zeit seine Kinder vor den Fernseher
karren, wie ihr wollt.

Danke fürs Lesen!

Donnerstag, 14. September 2006

Eine Tagesschau-Nachricht, an die man sich meiner Meinung nach erinnern sollte

"Heute wurden in Dresden die ersten in Deutschland ausgebildeten Rabbiner seit dem Holocaust ordiniert."

Vorschau in eigener Sache

Galileo hat mich in letzter Zeit echt inspiriert (die Sendung, nicht der Wissenschaftler). Dieses Waschmaschinen-Experiment, bei dem sie fünf Tage nacheinander weiße T-Shirts zusammen mit einem offenen roten Textmarker, Kugelschreiber und anderen Gegenständen gewaschen haben, um festzustellen, dass der Textmarker beim Waschen abfärbt, war schon echt erstaunlich.

Deshalb gibt es hier bald was Neues. Ich nenne es das "R.O.T.H.I - Experiment". Dabei werde ich mich im Gegensatz zu dieser Pseudo-Wissenschaftssendung, die da bei ProSieben produziert wird, mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigen, insbesondere das Fernsehen
natürlich. Ich werde mich den Grenzen des televisionären Geschmacks nähern, sie gegebenfalls überschreiten, um euch von etwas zu berichten, von dem ihr sonst nie etwas zu lesen bekommt. (Und das aus einem guten Grund)
 

Dass das nicht ganz ungefährlich sein wird, ist mir klar, aber dem war sich Steve Irwin (der Herr habe ihn selig) vor seinem Tauchgang zu den Stachelrochen auch bewusst.

In diesem Sinne...

Dienstag, 12. September 2006

Schon wieder schwer am Überlegen

Es hört einfach nicht auf. Man weiß schon am Freitag nicht, was man als fernsehbegeisterter Mensch sehen soll und ab dieser Woche geht dasselbe Spiel am Dienstag weiter

Neue Shows und Staffeln, wohin das Auge reicht (CSI: Miami, Monk, Grey's AnatomyDesperate Housewives, Gilmore Girls, Glück-Wunsch! - Vera macht Träume wahr, Ich will zurück ins Leben! - Bärbel Schäfer macht Mut und ab nächster Woche auch noch Charmed), alles in gerade mal drei Stunden Sendezeit gepresst, und daneben das inzwischen lieb gewonnene Altbewährte (Frontal 21 im ZDF und Dr. House). 

Da kann man doch als Zuschauer eigentlich nur kapitulieren, oder? Wie sollen wir diese ganzen schönen US-Serien angemessen würdigen, wenn man sie hierzulande in einem Anflug von Borniertheit konsequent gegeneinander laufen lässt? Da soll mir nochmal ein Privatsender kommen und sich darüber beklagen, dass seine mehrfach Emmy- und Golden Globe-prämierte Serie keine Quote hat... 

Ich für meinen Teil habe mir heute zum ersten Mal überhaupt "Desperate Housewives" angesehen und war von dessen Humor echt angetan. So herrlich makaber :-). Mal sehen, wohin mich meine Stimmung nächste Woche schalten lässt.

Danke fürs Lesen!